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Türkei vereinbart mit USA Abzug der YPG

17.10.2019 19:55 Uhr

Am Donnerstag sind der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und US-Vizepräsident Mike Pence in Ankara zusammengekommen, um über die Nordsyrien-Krise zu sprechen. Dabei haben sich beide Seiten darauf geeinigt, dass die mit den USA verbündeten Kurden der YPG von der türkischen Grenze abziehen werden. Sobald das geschehen sei, teilte Pence mit, würden alle Kampfhandlungen eingestellt.

Die Türkei und die USA haben am Donnerstag eine fünftägige Waffenruhe für Nordsyrien vereinbart. US-Vizepräsident Mike Pence sagte am Abend nach langen Gesprächen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Ankara, sie hätten sich auf die Aussetzung des Militäreinsatzes für 120 Stunden geeinigt, um den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) den Abzug aus der "Sicherheitszone" an der türkischen Grenze in Nordsyrien zu erlauben.

Sobald der Abzug der syrischen Kurdenmiliz abgeschlossen sei, werde die Türkei ihren Einsatz vollständig beenden, sagte Pence bei einer Pressekonferenz am Abend. Ein hoher türkischer Regierungsvertreter bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass die Türkei mit den USA eine Vereinbarung zum Abzug der YPG-Miliz von der türkischen Grenze getroffen habe, um dort eine "Sicherheitszone" einzurichten. Pence sagte weiter, US-Präsident Donald Trump habe zugesagt, die gegen die Türkei verhängten Sanktionen aufzuheben, sobald es eine permanente Waffenruhe in der Region gebe. Zudem würden keine weiteren Sanktionen verhängt.

(Bild: dha)

Die Türkei hatte vor rund einer Woche einen Militäreinsatz gegen die kurdische YPG-Miliz in Nordsyrien begonnen. Die YPG kontrolliert dort ein großes Gebiet. Die Türkei betrachtet sie als Terrororganisation. Für die USA waren die Kurdenkämpfer dagegen lange Verbündete im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Der türkische Einsatz war international auf scharfe Kritik gestoßen, teilweise aber erst durch einen US-Truppenabzug aus dem Grenzgebiet ermöglicht worden. Die Beziehungen zwischen den Ländern sind angespannt. Die USA hatten Anfang der Woche Sanktionen gegen die Türkei verhängt.

Waffenruhe gefordert

Die USA hatten in dieser Woche unter anderem eine sofortige Waffenruhe gefordert. Die Chancen, damit in Ankara weiterzukommen, dürften jedoch gering sein. Erdogan hatte kurz vor dem Besuch aus den USA bereits klargestellt, dass ein Waffenstillstand nicht infrage komme, solange das Ziel nicht erreicht sei: Die Türkei will entlang der syrisch-türkischen Grenze eine sogenannte Sicherheitszone einrichten und alle Kurdenmilizen daraus vertreiben.

Laut dem Programm von Pence war zunächst ein bilaterales Gespräch mit Erdogan geplant. Später sollte es in größerer Runde ein weiteres Treffen geben.

(be/dpa)

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