Hürriyet

Türkei: USA haben noch keine gemeinsame Arbeitsgruppe eingerichtet

10.6.2019 22:26 Uhr

Die Vereinigten Staaten haben nach Angaben der Türkei bisher keine Schritte unternommen, um eine gemeinsame Arbeitsgruppe einzurichten, in der sie ihre Bedenken hinsichtlich des Kaufs der russischen S-400-Raketenabwehrsysteme durch die Türkei erörtern können. Dies teilte der Leiter der türkischen Direktion für Verteidigungsindustrie am Montag mit.

Die beiden NATO-Verbündeten haben monatelang öffentlich über die Bestellung der S-400 durch die Türkei gestritten, die nicht mit den Systemen der transatlantischen Allianz kompatibel sind. Laut Washington stellen die S-400 eine Bedrohung für die F-35-Kampfjets der Lockheed Martin Corp dar. Die USA haben vor möglichen US-Sanktionen gewarnt, wenn Ankara den Deal durchziehen würde.

Bedenken bezüglich des S-400-Kaufes sollen besprochen werden

Die Türkei, Partner des F-35-Programms und ein potenzieller Käufer, sagte, dass das S-400-System keine Auswirkungen auf die Jets haben werde und schlug Washington vor, eine gemeinsame Arbeitsgruppe zur Bewertung der US-amerikanischen Bedenken zu bilden. Nach einer Veranstaltung in Ankara sagte Ismail Demir, Leiter der staatlichen Verteidigungsindustrie, die Türkei sei bereit, Washingtons Bedenken zu erörtern. "Wenn die Ursache der Bedenken eine technische Besorgnis ist, die sich aus dem S-400-System in der Türkei ergibt, haben wir wiederholt erklärt, dass wir bereit sind, darüber zu diskutieren", sagte Demir. "Die USA hat jedoch keine Schritte unternommen, um das technische Team zusammenzustellen und darüber zu diskutieren."

Demirs Kommentare folgten einem Brief des US-Verteidigungsministers Patrick Shanahan von letzter Woche. In diesem legte Shanahan dar, wie die Türkei aus dem F-35-Programm ausgeschlossen werden würde, wenn das Land an dem S-400-Deal festhalten würde. Demir sagte, das Verteidigungsministerium und seine Direktion würden bald eine Antwort senden.

(be)