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Türkei startet siegreich in die EM-Qualifikation

22.3.2019 22:44 Uhr, von Chris Ehrhardt

In der Gruppe H der EM-Qualifikation musste die Türkei am heutigen Freitagabend in Albanien antreten. In der Weltrangliste trennen beide Team 20 Plätze – die Türkei liegt auf Rang 41, Albanien ist auf Platz 61. Doch war das Spiel bereits vor dem Anpfiff entschieden und galt als Pflichtaufgabe für die Türkei? Nicht unbedingt. Trotzdem hat das türkische Team seine Sache gut gemacht und mit einem 2:0-Auswärtssieg erste wichtige Punkte für die EM-Qualifikation eingefahren.

Albanien zeigte sich wenig beeindruckt vom Gegner und schaffte es in der Anfangszeit sehr gut, den Ball durch die eigenen Reihen laufen zu lassen. Von der Türkei kam zu diesem Zeitpunkt zu wenig. Die Abspiele waren hektisch und ungenau. Bis zur 20. Minuten hatten sich die Hausherren zwei wirklich gute Tormöglichkeiten erarbeitet, die aber beide leichtfertig vertan wurden. Und so kam das, was zwangläufig kommen musste – die erste eigene Unachtsamkeit wurde bitterböse bestraft. Mahmut Tekdemir erarbeitete sich den Ball, spitzelte zu Burak Yilmaz und der leitete die Kugel in der 21. Minute zu Cenk Tosun. Der Everton-Spieler reagierte blitzschnell, passte wieder zu Burak und der Sturmtank von Besiktas zog trocken aus 13 Metern ab – 0:1. Gegen den platzierten Schuss hatte Etrit Berisha keine echte Abwehrchance.

Mit der Führung war der Spielverlauf im Grunde auf den Kopf gestellt. Albanien mühte sich, das Ergebnis vor der Pause zu drehen, aber vor dem Kasten von Mert agierte das Team einfach zu ungefährlich und zu unpräzise. Schiedsrichter Tobias Stieler aus Hamburg, der übrigens mit acht Spielern auf dem Feld in deutscher Sprache kommunizieren konnte, pfiff nach vier Minuten Nachspielzeit zur Pause.

Wie würde Albanien in der zweiten Hälfte mehr Präzision ins Spiel bringen wollen?

Albanien dreht weiter auf, kämpfte und knüpfte an den Unzulänglichkeiten der ersten Hälfte an. Nahtlos. Zu hastig, zu ungenau, zu wenig durchdacht. Sie klebten gut am Gegner, gewannen viele Zweikämpfe, aber konnten das nicht umsetzen. Und so kam es, wie es kommen musste. Hakan Calhanoglu bekam die Kugel in der 55. Minute von Cenk, eine deutsche Zusammenarbeit also und tankte sich bis an die Box durch. Dort tat er aus 16 Metern das, was er beim HSV, bei Bayer 04 Leverkusen und beim AC Mailand gelernt hatte – abziehen. Und das Dingen schlug knochentrocken im Kasten ein – 0:2. Die Türkei spielte im Gegensatz zu Albanien extrem effizient. Nur zwei von drei Schussversuchen kamen aufs Tor und beide waren drin.

Das Spiel der Albaner, so engagiert sie auch sind, war viel zu durchsichtig. Lange Bälle und dann der Versuch, den Gewinnerpass an den Mitspieler zu bringen. Und genau der misslang immer wieder. Das zu verteidigen machte der Türkei keine wirklich großen Probleme. Und so lief die Zeit dann gnadenlos gegen Albanien. Einem weiteren Treffer von Burak wurde berechtigt die Anerkennung wegen eines Stürmerfouls vom sehr gut positionierten Schiedsrichter Stieler aus Hamburg verwehrt. Nach sechs Minuten Nachspielzeit war der erste Sieg für die Türkei eingefahren.

Zeitgleich wurden auch Frankreich und Island ihrer Favoritenrolle in der Gruppe gerecht. Der Weltmeister Frankreich ließ beim 4:1-Auswärtssieg in Moldawien nichts anbrennen und Island siegt mit 2:0 in Andorra. Hier sind die Gegner, gegen welche die Türkei punkten muss, wenn am Ende mehr als der dritte Platz rausspringen soll.

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