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Türkei signalisiert Kauf von Patriots

14.9.2019 15:05 Uhr

Der Kauf des russischen Raketensystems S-400 hat zwischen den NATO-Partnern USA und Türkei für Verstimmung gesorgt. Der Problembereich könnte sich möglicherweise im September in Wohlgefallen auflösen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat signalisiert, dass er einen Kauf des Patriot-Raketensystems als möglich erachte – wenn der Preis stimmt. Darüber werden er und sein Amtskollege US-Präsident Donald Trump Ende September konferieren, wenn sie sich zu Verhandlungen treffen.

"Ich sagte, egal welches Paket von S-400 wir bekommen, wir können von den USA eine bestimmte Anzahl von Patriot-Raketen kaufen", sagte Präsident Recep Tayyip Erdogan gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters bei einem Interview in Istanbul. "Aber ich sagte ebenso, wir müssen Konditionen sehen, die denen des Kaufs der S-400 entsprechen." Präsident Erdogan hatte zuvor in einem Telefonat mit US-Präsident Trump über den Patriot-Kauf gesprochen und beide Präsidenten haben das Thema für Ende September auf ihrer Agenda, wenn sie sich anlässlich der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York treffen.

Türkei an der Kapazitätsgrenze bei der Flüchtlingsaufnahme

"Meiner Meinung nach wird ein Land wie die USA seinen Verbündeten Türkei nicht vor den Kopf stoßen wollen. Das wäre kein angemessenes und rationales Verhalten", sagte Erdogan. Er zeigte sich zuversichtlich, dass sein gutes Verhältnis zum US-Präsidenten dabei hilft, die Spannungen zwischen beiden Nationen zu überwinden. "Wir sprechen nicht über ein Angriffssystem, sondern ein Verteidigungssystem und die Türkei muss sich verteidigen können", hielt der Präsident fest. Präsident Erdogan betonte nochmals ausdrücklich, dass die Türkei die Initiative ergreifen würde, sollte man sie aus dem F-35-Programm entfernen und hob hervor, dass Russland die Türkei in der Rüstungsindustrie unterstütze. Es wären der Türkei bereits die Su-57 und Su-35 Kampfflugzeuge angeboten worden.

Auch die Syrienthematik wurde angerissen. "Wir unterstützen Menschen aus Idlib, die derzeit in unser Land migrieren, indem wir versuchen, alle Arten von Hilfe bereitzustellen", sagte Erdogan. Er nannte erneut die Zahl von rund 3,6 Millionen Flüchtlingen, die das Land beherbergt, sagte aber auch, man sei in der Türkei an der Kapazitätsgrenze für Flüchtlingsaufnahmen angelangt.

Idlib-Gipfel in Ankara wird fortgeführt

Am Montag wird die Türkei darum einen Idlib-Gipfel in Ankara abhalten, teilte der Präsident mit. Dabei werde mit Russland und dem Iran darüber gesprochen, einen permanenten Waffenstillstand in der umkämpften Region zu etablieren. Die Themen auf der Gesprächsagenda seien die Beendigung der Migration in die Türkei, ein nachhaltiger Waffenstillstand und ebenso das Vorgehen gegen terroristische Netzwerke in der Region rund um Idlib.

In Bezug auf die EU sprach Präsident Erdogan erneut davon, dass Zusagen nicht umgesetzt worden wären. Darüber könne und werde man nicht den Mantel des Schweigens breiten. "Diese Zahlungssumme beläuft sich aktuell auf drei Milliarden Euro. Die EU hatte sechs Milliarden Euro zugesagt, mit denen die Lebensbedingungen syrischer Flüchtlinge in der Türkei verbessert werden sollen. Bis Juni wurden jedoch nur 2,22 Milliarden Euro an die Türkei ausgezahlt. Wir als Land haben jedoch bisher rund 36 Milliarden Euro für die Flüchtlinge ausgegeben", hielt Erdogan fest. Während der Woche habe er in der Sache ein Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel gehabt und er habe auch den französischen Präsidenten Emmanuel Macron getroffen. Diese Gespräche würden ebenso in New York Ende September fortgesetzt. Der Präsident betonte nochmals, nur die Schaffung einer Sicherheitszone werde garantieren, dass die Migranten aus der Türkei in ihr eigenes Land zurückkehren und dass es in ihrem eigenen Land alle Arten von Bildung, Gesundheit und Unterkunft geben werde.

(Hürriyet.de)

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