DHA

Türkei schießt Moldawien vom Platz

25.3.2019 19:55 Uhr, von Chris Ehrhardt

Die Ausgangspositionen vor dem EM-Qualifikation zwischen der Türkei und Moldawien war klar. Die Türkei ist gut in die Qualifikationsrunde gekommen, indem sie den Mitkonkurrenten um Platz 3 Albanien auf dessen Platz besiegen konnte. Moldawien hat gegen Weltmeister Frankreich die erwartete Klatsche bekommen und sich gewaltig über das eine Ehrentor gefreut. Auf dem Papier also eine klare Sache gegen einen Gegner, gegen den man noch nie verloren hat?

Bei der türkischen Mannschaft fehlten Emre und Kabak, was schon ein wenig verwunderte. Zumindest im Fall Kabak war es negativ verwunderlich. Trotzdem legte das Team gut los, aber Moldawien stand hinten recht gut gestaffelt und vor allen Dingen massiv. In der 8. Minute die erste Chance für die Türkei durch Cenk Tosun, der den Ball in der Box über Keeper Alexei Koselev lupfte – aber vor der Linie wurde die Kugel weggedroschen. Zudem war Tosun Pasa im Abseits, der Treffer hätte also nicht gezählt. Die Stimmung in Eskisehir, das muss man betonen, war erstklassig und das ab der ersten Spielminute. Die Fans peitschten das türkische Team pausenlos nach vorne. Auffällig war, dass Cenk Tosun die gesamte Zeit extrem rührig war und immer wieder die Lücken in der Hintermannschaft von Moldawien suchte. Doch wirklich zwingend war hier bis zur 17. Minute nichts. Was daran lag, dass Moldawien sehr dicht stand und der türkischen Offensive keinen Millimeter an Raum ließ.

"Deutscher Doppelschlag" für die Türkei

Und wenn sich aus dem Spielverlauf keine Lücken ergeben, muss manchmal eine Einzelaktion oder ein Schuss aus der Distanz her. Exakt das passierte in der 24. Minute und es war eine "rein deutsche Produktion". Cenk Tosun mit der verunglückten Flanke, die aber dann per Fallrückzieher von Hakan Calhanoglu in die Mitte geleitet wurde. Da stand dann mit Hasan Ali Kaldirim der dritte Deutsche parat und der netzte humorlos ein – 1:0 für die Türkei in Eskisehir. Der Vorsprung von einem Tor hatte aber nur zwei Minuten Bestand – dann folgte der Doppelschlag. In der 26. Minute war es diesmal Burak Yilmaz, der den Vorarbeiter machte und Tosun Pasa bedankte sich in der Mitte artig mit dem 2:0! Damit war hier in Eskisehir eigentlich schon die Messe gelesen, denn dass Moldawien wie gestern Holland gegen Deutschland zwei Tore machen würde, stand eher nicht zu erwarten. Zu groß war der Leistungsunterschied. Die Türkei hatte bis zur 31. Minute gute zwei Drittel an Ballbesitz. Und immer wieder war es Cenk Tosun vom FC Everton, der blitzschnell den Abschluss suchte. Es lag eher das dritte Tor für die Türkei als der Anschlusstreffer für Moldawien in der Abendluft von Eskisehir.


Die Türkei mühte sich zwar weiter redlich, aber im Verlauf der ersten Hälfte wuchs dann Keeper Alexei Koselev wie schon gegen Frankreich über sich hinaus und verhinderte Chancen in Serie. Zur Pause hätte es in Eskisehir gut und gerne bereits 4:0 oder gar 5:0 stehen können, wäre Koselev nicht gewesen. So ging es trotzdem mit einem beruhigenden 2:0-Vorsprung für die Türkei in die Halbzeit.


Und die erste Halbzeit war, das lässt sich resümieren, eine einseitige Angelegenheit. Die Türkei hatte 60 Prozent Ballbesitz und feuerte 9 Schüsse aufs Tor ab. Vier gingen daneben, fünf auf die Bude und zwei davon saßen. Moldawien hatte nicht einen einzigen Torschuss geliefert und das drückt die Überlegenheit am besten aus.

Konnte die Türkei in der zweiten Hälfte noch mehr für die Torbilanz tun?

In der 49. Minute war es wieder Tosun Pasa, der den dritten Treffer in der Pipeline hatte, aber es blieb doch beim 2:0 für die Türkei. Moldawien stand weiter sehr tief und das wohl in der Hoffnung, dass man so weitere Treffer verhindern kann. In der 53. Minute dann folgende Situation: Burak marschierte mit Volldampf in die Box und traf da auf Artiom Rozgoniuc, der ziemlich grobmotorisch verteidigte – Elfer. Burak trat selbst an und scheiterte am exzellent reagierenden Koselev, der die Kugel zur Ecke lenkte. Türüc trat zur Ecke an, spielte das Leder lang an den zweiten Pfosten und da war er wieder, Tosun Pasa – 3:0 per Kopfball! Eine deutsch-holländische Co-Produktion. Und die Türkei drückte weiter. Doch es dauerte bis zur 70. Minute, ehe der vierte Treffer fiel. Flanke von Türüc und dann wieder ein "deutsches Tor" für die Türkei nach niederländischer Vorarbeit: Der Düsseldorfer Kaan Ayhan stand genau richtig und brachte seine Sprungkraft als Verteidiger ein – 4:0 mit einem blitzsauberen Kopfballtor. Damit war das Dingen in Eskisehir rund.


In der 85. war es wieder Cenk Tosun, der das Ergebnis auf 5:0 hätte stellen können, aber die Kugel rutschte ihm über den Schluffen und rauschte in den Abendhimmel von Eskisehir. Das tat auch Burak in der 90. Minute, der ebenso frei vor dem Tor die Kugel aus dem Stadion drosch. Nach drei Minuten Nachspielzeit war dann auch Ende in Eskisehir und die Türkei nach dem klaren 4:0-Sieg Tabellenführer - zumindest vorübergehend vor Frankreich und Island, die erst am späteren Abend aufeinander treffen würden.

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