Hurriyet

Türkei: Jahr 2019 wird ein Jahr der Innovationen und Exporte

3.2.2019 13:14 Uhr

Der Vorstandsvorsitzende der Versammlung türkischer Exporteure, Ismail Gülle, glaubt an ein sehr erfolgreiches Jahr 2019. Es ist sich sicher, das Jahr 2019 wird ein Zeitraum voller Innovationen und großen Exporterfolgen.

"2019 wird das Jahr des Exportes und der Neuheiten. Für türkische Unternehmen ist es äußerst wichtig, sich die weltweiten und inländischen Entwicklungen im letzten Jahr bewusst zu machen. Diese Entwicklungen geben die Perspektive vor und zeigen, wie wir die Erfolge der Vergangenheit in die Zukunft übertragen können. Die globalen Ereignisse diesen Jahres und insbesondere die in der Türkei werden unsere Exportzahlen beeinflussen.

Erinnern wir uns an die Russlandkrise oder an die politische Unstimmigkeit mit den USA. Beide Konflikte spürten wir an unserem stockenden Export. Im Gegenzug können wir im Irak und in Syrien Erfolge verzeichnen und das, obwohl in beiden Ländern Unsicherheiten herrschen. Wir müssen uns bewusst machen, dass sowohl die bilateralen Beziehungen der Türkei als auch globale Entwicklungen unseren Export direkt beeinflussen", fasste Gülle zusammen.

Mit 47 Produkten 1,8 Billionen US-Dollar erzielt

İsmail Gülle sagte ferner: "Unter den weltweit am meisten vertriebenen 200 Produkten, befinden sich 47 Exportgüter aus der Türkei. Der internationale erzielte Umsatz mit diesen Gütern liegt bei 1,8 Billionen US-Dollar und macht einen weltweiten Anteil von 10 Prozent des gesamten globalen Exportes aus.
Diese Zahlen sprechen für sich und zeigen uns, dass wir auch mit 47 Gütern mehr als 1,8 Billionen US-Dollar erzielen können, wenn wir uns entsprechend bemühen und aufstellen. Deutlich am Beispiel der Herstellung von Bus und Minibus, mit denen wir 1,6 Milliarden US-Dollar absetzen und somit als einer der wichtigsten produzierenden Länder in dieser Kategorie gelten.

Mit diesem Produkt erreichen wir in Deutschland und Frankreich einen Anteil von über 30 Prozent. In den USA liegen wir lediglich bei gerade einmal 5 Prozent. In Kanada, dem Land mit der weltweit stabilsten Wirtschaft, werden Bus und Minibusse für 655 Mio. US-Dollar importiert. Allerdings ist es uns nicht möglich, Kanada zu beliefern. Wenn wir beide Rechnungen gegenüberstellen, sehen wir, dass 15 verschiedene Produkte aus 33 verschiedenen Ländern abgenommen werden. Anstelle der Türkei werden alternative Länder bevorzugt. Und das bei Produkten, in denen wir mächtig sind. Das wiederum ist der beste Beweis dafür, dass es noch Märkte gibt, die wir erschließen können. Wenn wir uns anschauen, in welchen Ländern wir uns mit unseren 47 Produkten gut aufstellen, so sehen wir die Länder der Europäischen Union. Mit diesem Hintergrund sollte es uns möglich sein, unseren Exportanteil in der EU zu erhöhen und unseren Erfolg der europäischen Länder auf die Landesgrenzen der Union hinaustragen zu können. Nur so können wir unseren Export auf neue Rekorde bringen.

"Es ist Zeit, die Richtung des Windes zu bestimmen"

"Wenn heutzutage unser Nachbarland Irak mit seinem Export an China mindestens so erfolgreich ist wie wir und Südkoreas Export an Griechenland mehr als unseres, dann sollten wir erkennen, dass in einer globalisierten Welt die geografische Lage keine große Rolle spielt. Dabei sollten wir insbesondere die wirtschaftlich stabilen Länder wie die USA, Kanada, Australien und Südkorea einen ebenso hohen Stellenwert geben wie unseren Nachbarländern, zu denen wir eine geografische Nähe haben. Unsere Firmen sollten nicht nur in Georgien oder Russland in den Wettbewerb steigen, sondern sich an die Märkte in Polen, Mexiko oder Tschechien trauen.

Wir sind gewillt, durch eine vorausschauende Analyse, akademisches Vorangehen, wirksame Strategien, einem fesselnden Export Ökosystem unser Wirkungsfeld massiv auszubauen. Es herrscht nicht mehr das Zeitalter, mit dem Wind zu gehen, sondern das Zeitalter, die Richtung des Windes zu bestimmen, hat eingeläutet. Mit lediglich 200 Produkten sind wir gestartet und können auswerten, in welchen Segmenten unsere Exportgüter erfolgreich sind. In Kürze werden wir mit über 1000 Produkten verfahren. Der internationale Exportanteil von 1000 Gütern liegt bei 84 Prozent. Im Februar werden wir unser Vorhaben den Exporteuren und der Öffentlichkeit vorlegen. Im Anschluss dazu werden unseren Firmen ganz genaue Vorgaben machen, in welchem Land sie sich mit welchem Produkt stark machen können. Wir hoffen, dass unsere Vorgehensweise unsere Ziele für 2019 weit übersteigen werden. Mittelfristig werden wir uns effektiveren Strategien widmen, um unseren globalen Anteil auf ein höheres Niveau zu transportieren".

Ismail Gülle erklärt, dass sie an einer Liste von Ländern arbeiten, in denen demnächst türkische Handelszentren eröffnet werden sollen. Das im Iran kürzlich geschlossene Handelszentrum soll dabei das geplante Vorgehen nicht erschüttern.

(et/Hurriyet)