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Türkei irritiert von Serdar-Entscheidung

8.10.2019 14:05 Uhr

Aufgrund der angespannten Personalsituation der Fußball-Nationalmannschaft hat der deutsche Bundestrainer Joachim "Jogi" Löw Nachnominierungen vornehmen müssen. Zwölf Spieler mussten wegen Blessuren für das Testspiel gegen Argentinien am Mittwoch und das EM-Qualifikationsspiel in Estland absagen. Darin liegt eine Chance für junge Spieler, sich in den Fokus zu spielen. So auch für den 22-jährigen Suat Serdar vom FC Schalke 04. Und das stößt beim türkischen Nationaltrainer Senol Günes auf "Befremden" oder "Verwunderung".

Suat Serdar wurde 1997 in Bingen am Rhein geboren. Über Mainz 05 kam er zum FC Schalke 04 und spielt dort seit dem Saisonauftakt als 22-Jähriger bereits eine tragende Rolle. Seit sechs Jahren gehört Serdar zu den Jugendmannschaften des DFB und er wurde mit der deutschen U21 in diesem Jahr Vizeeuropameister. Da liegt es nahe, dass ein solcher Spieler auch für das A-Team interessant ist. Doch auch die Türkei hatte sich Hoffnungen gemacht, einen in Deutschland bestens ausgebildeten Fußballspieler für das eigene Team begeistern zu können. Er wäre, wegen der Wurzeln seiner Vorfahren, auch als Deutscher für die Türkei spielberechtigt gewesen.

Nun sagte der türkische Nationaltrainer Senol Günes in einer Pressekonferenz vor den beiden EM-Qualifikationsspielen der Türkei gegen Albanien und Frankreich, man stehe der Entscheidung mit Unverständnis gegenüber. Er selbst habe Serdar mehrmals bei Spielen von S04 beobachtet und auch Gespräche mit dem Vater geführt. Da wird sich der Leser schon fragen, warum er nicht einfach mit dem Spieler selbst, der ja volljährig ist, sondern mit dem Vater sprach. Und nein, der Vater ist offensichtlich nicht der Manager von Serdar, sondern seit längerer Zeit die Agentur STG SportsTotal GmbH aus Monheim. Und dass Väter und Söhne uneins sind, wenn es um Karrierewege geht, ist auch nicht so selten der Fall und spätestens seit Mesut Özil bekannt.

War der Weg zu Löw bei Serdar nicht naheliegend?

Ferner sagte Günes, man habe den Verband im Unklaren gelassen, in welche Richtung die Reise bei Suat Serdar gehen würde – Türkei oder Deutschland. Auch da schaut sicher mancher Leser verwundert. Noch im Sommer wurde Serdar mit der deutschen U21 Vizeeuropameister, er hat alle Jugendmannschaften des DFB durchlaufen und spielt bei Schalke 04 eine tolle Saison. Ist es da so unwahrscheinlich, dass der Bundestrainer auf seinen Unterbauspieler aufmerksam wird und dass der sich dann auch für den nächsten Schritt beim DFB entscheidet? Wäre der andere Weg nicht weitaus unwahrscheinlicher?

Ein weiterer Punkt ist die angebliche Aussage von Günes, dass man mitgeteilt habe, Suat Serdar würde nicht für die deutsche Nationalmannschaft auflaufen. Das tut er bereits und zwar seit 2013. Das tat er auch in diesem Sommer, als er Vizeeuropameister wurde. Wieso sollte er deshalb kein Thema für die deutsche A-Nationalmannschaft sein?

(Hürriyet.de)

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