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Türkei: Haftbefehle für 128 angebliche Terrorverdächtige

25.2.2019 13:34 Uhr

Seit Montag wird nach weiteren 128 angeblichen Terrorverdächtigen in der Türkei gefahndet, die Verbindungen zur Bewebung des islamischen Predigers Fetullah Gülen aufweisen sollen, der für den Putschversuch im Sommer 2016 verantwortlich gemacht wird. Dies berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.

Die Regierung macht Gülen, der in den USA lebt, für den Putschversuch verantwortlich und beschuldigt ihn einer Kampagne zum Umsturz des Staates durch die Infiltrierung von Polizei, Militär und Rechtswesen.

Ermittlungen konzentrieren sich stark auf Militär und Polizei

Unter den angeblichen Verdächtigen sind Menschen, die als "Gesundheitspersona" beschrieben werden, die meisten - mehr als 100 - sind jedoch Soldaten. Mit ihren Ermittlungen konzentriert sich die Regierung stark auf Militär und Polizei. Innenminister Süleyman Soylu hatte im Januar angegeben, dass rund 15 000 Soldaten ihres Amtes enthoben worden seien. Gegen knapp 7000 werde ermittelt.

Allein in der vergangenen Woche wurden allen entsprechenden Anadolu-Berichten zufolge mindestens 359 Menschen inhaftiert. Im ganzen vergangenen Jahr landeten einem Bericht des Innenministeriums zufolge rund 52 000 Menschen wegen angeblicher Gülen-Verbindungen kurz- oder längerfristig hinter Gittern.

(be/dpa)