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Türkei gewinnt mit viel Glück nach schlechtem Spiel

11.10.2019 23:31 Uhr, von Chris Ehrhardt

Die Türkei wollte ihr Heimspiel in der EM-Qualifikation der Gruppe in Istanbul gegen Albanien unbedingt gewinnen. So würde Albanien als potenzieller Mitkonkurrent ausgeschaltet und der Druck auf Frankreich sowie auf Island erhöht. Aber davon, dass man das Spiel ernst nehmen wollte, war in einem sehr schlechten Spiel über 90 Minuten wenig bis nichts zu sehen. Erst Cenk Tosun erlöste sein Team in der 90. Minute unter tatkräftiger Mithilfe der Albaner, die in der Abwehr kollektiv den Dienst in der Verteidigungsreihe verweigerten.

Die Türkei wollte ambitioniert im Heimspiel in Kadiköy gegen Albanien starten und schnell deutlich machen, wer der Herr im Haus ist. Doch heraus kam in den ersten 45 Minuten ein von beiden Seiten völlig verkrampftes, unstrukturiertes, undurchdachtes und planloses Geplänkel, das wegen der oft unnötigen und nahezu hilflosen Härte den Begriff "Fußballspiel" nicht verdient hatte. Keines der beiden Teams schaffte es, den Ball kontrolliert durch die Reihen zu bringen und sinnvoll nach vorne zu arbeiten. Albanien stand dicht in der Abwehr, markierte die türkischen Stürmer gut und im Mittelfeld gab es niemanden bei der Türkei, der es vermochte hätte, die albanische Hintermannschaft mit einer überraschenden Aktion zu knacken. Das Spiel war leicht durchschaubar. So endeten die ersten 45 Minuten torlos und für die Zuschauer in der Hoffnung, in der zweiten Hälfte ein Fußballspiel zu sehen.


Bis zur 75. Minute war die zweite Halbzeit im Grunde eine Kopie der ersten Hälfte. Drucklos, unambitioniert, hilflos und ohne jede Spielübersicht lief man über den Platz. Ab der 75. Minute übernahmen dann mehr und mehr die Albaner das Geschehen. Gleich dreimal hatte Rey Manaj Möglichkeiten, das Gästeteam in Front zu bringen. Bis zur 88. Minute schaffte es der 22-Jährige von Albacete Balompie aus der Segunda Division in Spanien allein mehr an Torgefährlichkeit zu erzeugen, als das türkische Team in der vorangegangenen Spielzeit. Doch in der 90. Minute hatte die albanische Hintermannschaft einen totalen Blackout, obwohl sie zuvor so sicher stand. Bei einem hohen Ball aus den eigenen Reihen kamen sich Keeper Thomas Strakosha und Ardian Ismajli ins Gehege. Dabei fegte der Keeper seinen Abwehrmann um und Cenk Tosun war der Nutznießer, denn er konnte ins leere Tor einköpfen – 1:0. Dabei blieb es auch in den vier Nachspielminuten und die Türkei muss sich bei der Glücksfee bedanken, hier in Kadiköy keine zwei Punkte verloren zu haben.

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