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Türkei gedenkt der Minenopfer von Soma

13.5.2019 16:25 Uhr

Der 13. Mai ist der fünfte Jahrestag des schlimmsten Bergbauunfalls in der Türkei. An diesem Tag gedenkt die Türkei der Opfer und die Familien der Opfer brechen während der Gedenkfeierlichkeiten zu den Gräbern ihrer Angehörigen im Distrikt Soma in der westlichen Provinz Manisa auf.

Am 13. Mai 2014 stand die Türkei über die Nachricht von der Minenkatastrophe in Soma unter Schock. Das Entsetzen erreichte seinen Höhepunkt, als die Zahl der bei dem Unfall getöteten Bergleute bekannt wurde - 301 ließen ihr Leben. Die Opferzahlen hätten theoretisch noch viel höher ausfallen können, da sich insgesamt 780 Bergleute unter Tage befanden, als das Feuer während eines Schichtwechsels ausbrach.

301 Bergleute starben unter Tage

Die Familien der 301 Opfer besuchten am heutigen Tage den speziell für die Bergarbeiter errichteten Friedhof, auf dem jedes Grab mit schwarzem Marmor bedeckt ist und auf denen je eine Grubenlampe steht. Die Gräber wurden zudem mit türkischen Flaggen bedeckt. Bei der Gedenkfeier lesen die Angehörigen Auszüge aus dem Koran. Hierbei handelt es sich um eine islamische Tradition ist, die zur Ehre der Verstorbenen durchgeführt wird.

Offizielle Gedenkveranstaltungen wurden während des Tages von diversen offiziellen Stellen abgehalten, um der getöteten Bergleute zu gedenken. So organisierte zum Beispiel die Kammer der Bergbauingenieure eine separate Gedenkfeier. Der Leiter der Zweigstelle, Erdogan Kaymakci, sagte während der Zeremonie, dass der Bergbauunfall in Soma eine "große Sensibilisierung und ein großes Bewusstsein" in der Gesellschaft geschaffen habe.

Unbefriedigende Prozessergebnisse

"Der Prozess im Anschluss an die Soma- Katastrophe dauerte vier Jahre und die Gerichtsentscheidung wurde am 11. Juli 2018 bekannt gegeben. Am Ende des Gerichtsverfahrens wurden 37 Verdächtige freigesprochen, während 14 Verdächtige bestraft wurden. Und die Zahl der verurteilten Gefangenen auf vier gesunken, wobei die Arbeitgeber aus dem Gefängnis entlassen wurden. Dass der Arbeitgeber freigelassen wurde, ohne dass er für einen Zeitraum von fünf Jahren im Gefängnis war, hat das Empfinden der Öffentlichkeit verletzt", zitierte die Nachrichtenagentur DHA Kaymakci.

Von 51 Angeklagten wurden 14 zu Gefängnisstrafen verurteilt, 34 weitere wurden am 11. Juli 2018 durch ein Gerichtsurteil freigesprochen. Verzögerungen im Ermittlungs- und Gerichtsverfahren hatten die Familien der Opfer seit Beginn des Gerichtsverfahrens im Jahr 2015 frustriert. Die Urteile des Gerichts fielen zu Beginn des Gerichtsverfahrens im April 2015 milder aus als von den Staatsanwälten erwartet, was zu Aufruhr bei den Familienangehörigen der getöteten Bergleute führte. Einer dieser 14 Verurteilten war der Geschäftsführer von Soma Kömür Isletmeleri (Soma Kohle Gesellschaft), Can Gürkan. Gürkan wurde am 18. April dieses Jahres durch Gerichtsbeschluss aus dem Gefängnis entlassen.

Die Soma- Minenkatastrophe war der schlimmste Industrieunfall des Landes, bei dem Gewerkschaften und Arbeitnehmer schlechte Arbeitsbedingungen und mangelnde Sicherheitsvorschriften für den Tod der Arbeitnehmer verantwortlich machten.

(Hürriyet.de)