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Türkei gedenkt der Brandanschlagsopfer von Solingen

29.5.2019 16:05 Uhr

Es war der frühe Morgen des 29. Mai 1993. In Solingen stand ein Haus in Flammen und es starben fünf Mädchen und Frauen türkischer Herkunft. In den Tagen danach rollte neben der tiefen Trauer teilweise eine Welle der Gewalt über die Stadt im Bergischen Land, die sprachlos machte. In der Türkei wird aktuell der fünf Todesopfer gedacht, die bei dem Anschlag ums Leben kamen.

Die Türkei gedenkt am 29. Mai der Opfer von Solingen, die bei einem Brandanschlag ihr Leben verloren. "Wir gedenken mit Respekt unserer fünf Bürger, die in der Folge eines Brandanschlages auf ihr Haus starben, das von einer Gruppe von Xenophoben und Rassisten am 29. Mai 1993 in Solingen begangen wurde", teilte das türkische Außenministerium in einer Erklärung mit. Das Ministerium betonte, dass die Türken immer noch tief bekümmert über den Anschlag seien und fügte hinzu: "Wir wünschen uns, dass ein solcher Vorfall nirgendwo auf der Welt passieren würde."

Die Erklärung forderte auch zur sozialen Einheit unter Mithilfe von Politikern und Medien auf, um die nach ihrer Auffassung zunehmende Islamophobie und den zunehmenden Rassismus in Europa zu bekämpfen. Sie betonte die Notwendigkeit, Lehren aus dieser Tragödie zu ziehen und wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um zukünftige Angriffe zu verhindern.

Höchststrafen nach Jugendstrafrecht für drei Angeklagte

Sie lobte auch die Entscheidung des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, für Menschen, die zu Toleranz und interkultureller Versöhnung beitragen, eine Medaille zu schaffen, die den Namen einer der Überlebenden des Anschlags trägt - Mevlüde Genc Medaille. Die Familie Genc war das Opfer des Brandanschlages von Solingen 1993. Dabei starben drei Mädchen und zwei Frauen der Familie. Gürsün Ince starb mit 27 Jahren, Hatice Genc war 18 Jahre alt bei ihrem Tod, Gülüstan Öztürk wurde nur zwölf Jahre alt, Hülya Genc wurde neun Jahre alt und Saime Genc starb im Alter von vier Jahren. 17 weitere Personen wurden bei dem Brand teilweise schwer verletzt.

Als Täter wurden später vier junge Männer verurteilt, die der rechtsextremen Szene zugerechnet wurden. Drei der Verurteilten erhielten die Höchststrafe nach Jugendstrafrecht, weil sie bei der mutmaßlichen Tatbegehung zwischen 16 und 20 Jahren alt waren. Ein weiterer damals Angeklagter wurde zu 15 Jahren Haft verurteilt.

(Hürriyet.de)