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Türkei: Fortschritte beim Umweltschutz, aber noch nicht genug

19.2.2019 18:37 Uhr

Laut eines Berichts der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) seien zwar Fortschritte beim Umweltschutz in der Türkei zu sehen, aber da geht noch mehr.

Der Ausstoß von Treibhausgasen in der Türkei ist zwischen 2005 und 2016 um 49 Prozent gestiegen. Das sei der höchste Wert unter allen OSZE-Ländern, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten dritten Bericht der Organisation zur Umweltpolitik der Türkei. Die Türkei sei immer noch stark abhängig von den Energiequellen Kohle, Öl und Gas.

Erneuerbare Energien haben sich innerhalb eines Jahrzehnts verdoppelt

Investitionsanreize hätten zwar dazu beigetragen, dass sich der Einsatz von erneuerbaren Energien innerhalb eines Jahrzehnts verdoppelt habe. Gleichzeitig hätten aber der schnell steigende Bedarf wegen des starken Wirtschaftswachstums und höherer Einkommen dazu geführt, dass immer noch zu 88 Prozent fossile Brennstoffe und nur zu 12 Prozent erneuerbare Energien genutzt würden.

Die Abhängigkeit von kohlebetriebenen Kraftwerken bedeute auch, dass die Luftqualität in türkischen Großstädten und Industriezonen nicht den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation WHO entspreche.

Ein guter Anfang

"Die Türkei hat einen guten Anfang gemacht mit einer Hinwendung zu sauberen Energiequellen, aber sie muss ihre Anstrengungen verstärken und mehr in Erdwärme, Sonnen- und Windenergie investieren", erklärte der Direktor des OSZE-Umweltprogramms, Rodolfo Lacy. Die Autoren des Berichts merken außerdem an, dass das Land mit der achtgrößten Wirtschaft in der OSZE und schnellem Bevölkerungswachstum unter den wenigen Staaten sei, die das Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 noch nicht ratifiziert hätten.

Große Fortschritte beim Abwassermanagement

Der Bericht sieht Nachholbedarf zum Beispiel beim Umgang mit Müll, der zu einem großen Teil immer noch auf Deponien lande. Große Fortschritte habe es hingegen im Bereich Abwassermanagement gegeben.

Die Türkei hat außerdem jüngst Einkaufstüten kostenpflichtig gemacht. Damit soll schon bis zum Jahresende der hohe Pro-Kopf-Verbrauch von bisher rund 440 auf rund 90 Tüten pro Jahr reduziert werden.

(be/dpa)