imago/Zuma Press

Türkei fordert sofortige Schließung von Chinas Muslim-"Konzentrationslagern"

10.2.2019 8:35 Uhr

Mit scharfen Worten hat die Türkei die Schließung der Umerziehungslager für Uiguren in der chinesischen Provinz Xinjiang verlangt. Die Zwangsinternierung sei eine "Schande für die Menschheit", erklärte Außenministeriumssprecher Hami Aksoy am Samstag.

"Es ist kein Geheimnis mehr, dass mehr als eine Million Uiguren willkürlich festgenommen wurden, dass sie in Gefängnissen und Konzentrationslagern gefoltert und politischer Gehirnwäsche unterzogen werden."

Gewaltsame Unterdrückung oder Separatismus?

Die Uiguren sind ein muslimisches Turkvolk, das in dem ehemaligen Ostturkestan beheimatet ist. Nach ihrer Machtübernahme 1949 in Peking verleibten die Kommunisten die Region der Volksrepublik ein. Heute gilt sie wegen der Spannungen zwischen Uiguren und Han-Chinesen als Konfliktherd. Die Uiguren beklagen gewaltsame Unterdrückung, während ihnen die Chinesen Separatismus vorwerfen

Nachträgliche Legalisierung der Umerziehungslager

Lange hatte Chinas Führung die Existenz von Umerziehungslagern für Muslime in Xinjiang bestritten, im Oktober wurden sie dann per Gesetz nachträglich legalisiert. Damit ist die Inhaftierung Verdächtiger ohne Gerichtsverfahren erlaubt sowie "ideologische Erziehung gegen Extremismus, psychologische Behandlung und Verhaltenskorrekturen". Offizielle Zahlen gibt es nicht, unbestätigten Berichten zufolge sollen aber Hunderttausende Angehörige des Turkvolkes in Internierungslagern festsitzen. Peking rechtfertigt sein Vorgehen mit extremistischen Strömungen in Xinjiang und macht die Uiguren für blutige Unruhen und Terroranschläge verantwortlich.

(be/dpa)