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Türkei fürchtet sinkende Cook-Einnahmen

26.9.2019 10:16 Uhr

Am 25. September 2019 meldete der englische Reiseveranstalter Thomas Cook Insolvenz an. Dabei fehlte es dem Unternehmen zunächst nicht an Reiseverkäufen. Allein in der Türkei hatte die Firma in den vergangenen zwei Jahren Einnahmen in Höhe von rund 500 Millionen Euro eingespielt. Nach einem eher überschaubaren Jahr 2017, stiegen die Türkei-Verkäufe des Reiseunternehmens im Jahr 2018 um rund 70 Prozent. Das droht nun wegzubrechen und sorgt für Sorgenfalten in der Türkei.

Der Reiseveranstalter hat eine langjährige Geschichte, bereits seit 178 Jahren ist er am Markt. Etwa 6 Prozent betrug der weltweite Gewinnanstieg in 2018 im Vergleich zum Vorjahr. In der Türkei gehören insgesamt 29 Hotels zu Thomas Cook, sie zählt zu den umsatzstärksten Reiseländern des Unternehmens. Momentan werden Urlauber, die mit einer Thomas Cook Reise unterwegs sind, zurückgeholt.

Dabei haben viele Hotels und Dienstleister in Alanya, Side, Kemer, Fethiye, Bodrum und Marmaris noch beträchtliche Forderungen zu erhalten, erklärt die Vorsitzende der Reisebürovereinigung Firuz Baglikaya und kommentiert: "Auch wenn es erstmal darum geht, den Schaden der Kunden gering zu halten, darf man nicht vergessen, welch hohen wirtschaftlichen Verlust die Hotels einfahren. Das wird diese, wie auch nächste Saison tief beeinflussen. Es betrifft in erster Linie die Hotels und ebenso alle Zulieferer der Branche, denen schwere Zeiten bevorstehen. Wir können diese Krise durch Solidarität und den Rückhalt unserer Regierung überstehen. Ich wünsche mir, dass wir nie mehr solchen Situationen gegenüberstehen."

Gesetzliche Vorkehrungen für Urlaubssicherheit

Die aktuellen Umstände zeigten, dass es spätestens jetzt an der Zeit sei, das Gesetzesvorhaben, eine Art Urlaubssicherheit für Tourismusverbraucher, zu verwirklichen. Daran würden momentan alle Mitglieder mit vereinten Kräften arbeiten, so die Vorsitzende der Reisebürovereinigung. Das Kultur- und Tourismus-Ministerium erstelle auch weitere Gesetzesentwürfe, die dem Parlament zeitnah zur Verabschiedung vorgelegt werden sollen. Das alles sei sehr wichtig für einen gesunden und nachhaltigen Verlauf der Branchengeschäfte.

Thomas Cook hat allein im vergangenen Jahr eine Million Urlauber in die Türkei geflogen, 600.000 Touristen aus Großbritannien und 400.000 Deutsche. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist die Gesamtzahl englischer Touristen bis zum Juli um 17,7 Prozent gestiegen. Auch bei deutschen Urlaubern ist die Türkei nach wie vor sehr beliebt, so belegen die Statistiken des Kultur- und Tourismus-Ministeriums einen Anstieg um 15 Prozent.

(Hürriyet.de)

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