Hürriyet

Türkei erweitert Gewaltkodex im Sport

6.7.2019 19:14 Uhr

Das türkische Parlament hat am 04. Juli einen erweiterten Kodex gegen Gewalt im Sport verabschiedet. Mit der Gesetzgebung sollen Menschen, die Gewalt im Sport erzeugen oder fördern, ein Jahr lang das Anschauen von Spielen in Sportstätten untersagt werden können. Doch der Katalog ist weitaus breiter gefasst.

Bisher wurden Gewalthandlungen in Stadien oder Sporthallen mit Strafen belegt, die einen dreimonatigen Bann aus den Stadien oder Sporthallen vorsahen. Jede Person, die eine Klinge oder einen scharfen Gegenstand im Stadion oder Sporthallen bei sich führt oder Gegenstände, die dazu geeignet sind, Verletzungen Dritter herbeizuführen oder Personen, die explosive Stoffe, brennbare Substanzen und andere gefährliche Gegenstände ins Stadion auf Trainingsgelände mitbringen, müssen mit einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten rechnen, die auf zwei Jahre verlängert werden kann.

In den Änderungsantrag wurde auch aufgenommen, dass die Sicherheitsbeamten der Stadien betrunkenen Zuschauern keinen Zutritt zu Stadien oder Trainingsplätzen gewähren dürfen. Die türkische Polizei oder Gendarmerie muss die digitalen Informationen über Verstöße nach den Entscheidungen von Gerichten oder Staatsanwaltschaften aufnehmen, damit die Sicherheitskräfte biometrische Verfolgungsmethoden anwenden können.

Umfassender Strafenkatalog - hat er Auswirkungen auf Besucherzahlen?

Jede Person, die die Sicherheit eines Spiels bedroht, wird mit einer Gefängnisstrafe von mindestens einem Jahr bestraft, die auf drei Jahre verlängert werden kann. Zuvor betrug die Höchststrafe ein Jahr. Darüber hinaus werden rassistische oder sexistische Äußerungen oder Verhaltensweisen in Sportstätten mit einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr bestraft, wobei eine Verlängerung auf drei Jahre möglich ist.

Die türkischen Behörden versuchen seit langer Zeit, das was sie als Rowdytum und Gewalt im Fußball bezeichnen, zu bekämpfen. Im April 2014 hat der türkische Fußballverband (TFF) Eintrittskarten zugunsten einer elektronischen Variante abgeschafft und die sogenannte Passolig-Karte eingeführt. Die neue Praxis zielte darauf ab, Vergehen auf breiter Front in Stadien kontrollieren und mögliche "Täter" besser identifizieren zu können.

(Hürriyet.de)

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