imago images / Rupert Oberhäuser

Türkei erwartet 2020 Wirtschaftswachstum von drei Prozent

6.6.2019 12:15 Uhr

Die türkische Wirtschaft soll voraussichtlich um drei Prozent im kommenden Jahr 2020 wachsen , nachdem sie im Jahr 2019 um 1,9 Prozent schrumpfte, teilte die Weltbank einem halbjährlichen Bericht zu globalen Wirtschaftsperspektiven am 4. Juni mit. Der Bank zufolge wird das Wachstum des türkischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Jahr 2021 weiter an Schwung gewinnen und die Wirtschaft soll möglicherweise um 4 Prozent wachsen.

"Es wird davon ausgegangen, dass sich die Erholung im Jahr 2020 durch eine allmähliche Verbesserung der Binnennachfrage und eine anhaltende Stärke der Nettoexporte verstärkt. Stets vorausgesetzt, dass die Fiskal- und Geldpolitik einen weiteren starken Rückgang der türkischen Lira abwenden kann und Umschuldungen von Unternehmen dazu beitragen, ernsthafte Schäden am Finanzsystem zu vermeiden", sagte die Bank.

Die Wirtschaft der Türkei schrumpfte im ersten Quartal 2019 gegenüber dem Vorjahr um 2,6 Prozent, wie die neuesten Daten des türkischen statistischen Instituts (TÜIK) am 31. Mai zeigten. Das saison- und kalenderbereinigte BIP stieg jedoch gegenüber dem Vorquartal um 1,3 Prozent. Von Januar bis März belief sich das BIP der Türkei zu jeweiligen Preisen auf 914,7 Milliarden türkische Lira (rund 137 Milliarden Euro). Die türkische Wirtschaft wuchs 2018 um 2,6 Prozent.

Die Weltwirtschaftsprognosen mussten leicht revidiert werden

Wie im neuen türkischen Wirtschaftsprogramm vom vergangenen September angekündigt, liegt das Ziel der türkischen Regierung für das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr 2019 bei 2,3 Prozent, im nächsten Jahr 2020 bei 3,5 Prozent und bis 2021 bei 5 Prozent. Die Weltbank senkte ihre Wachstumsschätzung für die Weltwirtschaft in diesem Jahr auf 2,6 Prozent - von seiner vorherigen Prognose für eine 2,9-prozentige Expansion im Bericht vom Januar. "Das globale Wirtschaftswachstum wird sich voraussichtlich 2019 auf weniger als erwartete 2,6 Prozent abschwächen, bevor es 2020 auf 2,7 Prozent ansteigt", hieß es. "Es wird erwartet, dass sich das Wachstum in Schwellen- und Entwicklungsländern im nächsten Jahr stabilisiert, da sich einige Länder in Zeiten finanzieller Belastungen befinden, aber die wirtschaftliche Dynamik schwach bleibt."

Nach Angaben der Bank wird das aufstrebende und sich entwickelnde Wirtschaftswachstum durch langsame Investitionen gebremst. "Zu diesen Risiken zählen zunehmende Handelshemmnisse, erneute finanzielle Belastungen und unerwartet starke Verlangsamungen in mehreren wichtigen Volkswirtschaften."

(Hürriyet.de)