an/Maxim Shipenkov

Türkei erhält neue Komponenten

26.8.2019 17:00 Uhr

Am Dienstag wird Russland weitere Komponenten seines Raketenabwehrsystems S-400 an die Türkei liefern. Es handele sich um die ersten Lieferungen für die zweite Batterie, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Montag unter Berufung auf Verteidigungsminister Hulusi Akar berichtete.

Die erste Batterie war ab Mitte Juli mit einer Serie von Transportflügen aus Russland auf einer Luftwaffenbasis in Ankara angekommen. Das hatte schwere Spannungen mit den USA ausgelöst. Die US-Regierung betrachtet den Einsatz russischer Militärtechnologie im Nato-Luftraum als Gefahr - vor allem für den neuen US-Tarnkappenjet F-35. Die Türkei sollte selbst viele F-35 bekommen und war auch am Bau beteiligt. Die USA warfen die Türkei daraufhin aus dem F-35-Programm. Andere vom US-Kongress und US-Verteidigungsministerium angedrohte Sanktionen blieben aber zunächst aus.

S-400 ist mobiles Luftabwehrsystem

Die S-400 ist ein mobiles Luftabwehrsystem, das Flugzeuge, Geschosse und andere Objekte aus dem Himmel schießen kann. Die Einheiten, die üblicherweise aus mehreren Raketen, einem Radar und einem Gefechtsstand bestehen, können per Lastwagen transportiert werden. Die S-400 kann mit Kurz-, Mittel- und Langstrecken-Raketen arbeiten.

Das Milliardengeschäft mit Russland und die aus mehreren Gründen angespannten Beziehungen mit den USA hatten die Sorge ausgelöst, dass die Türkei sich vom Westen abwenden könnte. Die türkisch-russischen Beziehungen sind allerdings auch nicht harmonisch. Hier geht es derzeit vor allem um Nordsyrien und das Vorrücken syrischer Regierungstruppen in Gegenden, in denen die Türkei Beobachtungsposten hat. Russland ist Syriens Schutzmacht. Die Türkei unterstützt in dem Bürgerkrieg die Rebellen. Am Dienstag wird Präsident Recep Tayyip Erdogan in Moskau Kreml-Chef Putin treffen und über die Lage beraten.

(an/dpa)

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