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Türkei beginnt Ausbildung an S-400 in Russland

22.5.2019 14:34 Uhr

Am Mittwoch sind türkische Soldaten nach Russland gereist, um dort im Umgang mit dem Raketenabwehrsystem S-400 ausgebildet zu werden - trotz der Kritik der USA. Dies teilte der türkische Verteidigungsminister der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi mit.

"Das wird auch in den kommenden Monaten weitergeführt", sagte er. Zahlen nannte Akar nicht. Von russischer Seite gab es zunächst keine Bestätigung.

Der geplante Kauf der S-400 belastet die amerikanisch-türkischen Beziehungen schwer. Washington fürchtet, dass Russland über das Abwehrsystem an sensible Daten über die Fähigkeiten der Kampfjets vom Typ F-35 gelangen könnte, die die Türkei von den USA erwerben will. Wegen des Streits um die S-400 hat die US-Regierung zuletzt die Auslieferung von Material für die F-35-Kampfjets an Ankara gestoppt.

Neues Angebot für Flugabwehrraketensystem Patriot

Die US-Regierung will der Türkei ihr Flugabwehrraketensystem Patriot verkaufen. Akar sagte, dass Ankara diesbezüglich weiter mit Washington verhandele und seit Ende März ein neues Angebot vorliege. Die Türkei hatte bisher kritisiert, dass das Patriot-Angebot aus den USA schlechter sei als das aus Russland für die S-400 und es zudem keine Verkaufsgarantie biete. Die türkische Regierung betont außerdem immer wieder, dass das Geschäft mit Russland abgeschlossen sei.

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge, dass Moskau weiter davon ausgehe, dass der Verkauf wie geplant über die Bühne gehe. Zugleich kritisierte er ein zweiwöchiges Ultimatum Washingtons für Ankara, die geplante Anschaffung zu überdenken. "Wir sehen Ultimaten insgesamt negativ. Halten sie für nicht zulässig", sagte Peskow.

Auslieferung im Sommer?

Die S-400-Systeme sollen Ziele wie zum Beispiel Bomber und Raketen im Luftraum vernichten. Die Abwehranlagen sind vor allem in Russland stationiert. Die Türkei soll ihre vier Divisionen für einen Gesamtpreis von 2,5 Milliarden US-Dollar (2,23 Milliarden Euro) im Sommer erhalten. Eine Division hat zwölf Startanlagen mit je vier Raketen.

(be/dpa)