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Türkei "zutiefst besorgt" über Gewalt im Sudan

4.6.2019 9:33 Uhr

Die Türkei ist "zutiefst besorgt" über die tödliche Übergriffe der sudanesischen Sicherheitskräfte am 3. Juni gegen Sitzproteste in Khartum, teilte das türkische Außenministerium in einer Erklärung mit.

Mindestens 35 Demonstranten wurden getötet und Hunderte verletzt, als Sicherheitskräfte das Hauptprotestlager in der Nähe des Armeehauptquartiers räumen wollten.

Friedliche Methoden statt Gewalt gefordert

Das Ministerium unterstrich in einer schriftlichen Erklärung, dass der Verhandlungsprozess im Einklang mit dem nationalen Konsens stehen sollte. Man solle friedliche Methoden anstatt Gewalt anwenden, um Frieden und Sicherheit zu gewährleisten.

In der Erklärung wurde der sudanesische Militärrat, der den ehemaligen Präsidenten Omar al-Bashir abgesetzt hatte, aufgefordert, die Erwartungen des sudanesischen Volkes rasch zu erfüllen. Das türkische Außenministerium wies zudem auf die Bedeutung der Bildung einer zivilen Regierung hin. Das Außenministerium betonte, dass Ankara den "brüderlichen" Sudan und seine Bürger immer unterstützen werde.

Neuwahlen und Untersuchung angekündigt

Die Sitzblockade war das Epizentrum der Proteste, bei denen die Sudanesen die Übergabe der Regierungsgeschäfte an eine zivile Übergangsregierung fordern. Das Militär hat indes Neuwahlen binnen weniger Monate angekündigt. Auch solle eine Untersuchung zu dem Blutbad in Khartum eingeleitet werden, so der Anführer des militärischen Übergangsrates, Abdel Fattah Burhan.

Anfang April setzte das sudanesische Militär al-Baschir nach monatelangen Demonstrationen gegen seine 30-jährige Herrschaft ab.

(be)