Turkish Defense Ministry/XinHua/dpa

Türkei überlegt Kauf von US-Patriot-Raketenabwehrsystem

13.7.2019 8:10 Uhr

Am Freitag sind die ersten Lieferungen des russischen Raketenabwehrsystems S-400 in Ankara eingetroffen. Trotzdem überlege die Türkei weiterhin, auch das US-System Patriots zu kaufen, so der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar am Freitagnachmittag.

"Wir denken auch über die Beschaffung der Patriots nach. Unsere zuständigen Behörden und Freunde setzen dazu ihre intensiven Bemühungen fort."

In den vergangenen Monaten hatten die USA vom Nato-Partner Türkei konstant gefordert, den Deal mit Russland abzusagen und dafür das amerikanische Patriot-Raketenabwehrsystem angeboten. Ihrer Ansicht nach stellt das russische System im Nato-Luftraum ein Sicherheitsrisiko dar. Die Affäre um die S-400 entwickelte sich zum schärfsten Konflikt zwischen Ankara und Washington. Die USA drohen mit Sanktionen.

Patriots bisher verwehrt geblieben

Die türkische Regierung hatte bisher argumentiert, das amerikanische Angebot sei nicht so gut wie das russische und man könne von dem bereits 2017 abgeschlossenen Geschäft mit Moskau nicht mehr zurücktreten. Ankara gab auch an, dass man sich in früheren Jahren mehrfach um Patriots beworben habe, ohne sie zu bekommen - ein Argument, dem sich Präsident Donald Trump bei einem Gespräch mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan teilweise anschloss.

(be/dpa)