Türk Telekom

Türk Telekom verbucht einen Nettoverlust von 1,4 Milliarden TL

1.2.2019 20:01 Uhr

Wie in einer öffentlichen Aufklärungsplattform (KAP) bekannt gegeben wurde, hat die Türk Telekom einen Nettoverlust von 1,4 Milliarden TL zu verbuchen. Anteile des Unternehmens wurden bereits wegen seiner Schulden an Banken übertragen.

Das Unternehmen räumt ein, dass der dramatische Währungsverlust im Jahre 2018 seinen Anteil dazu beigetragen habe. In der Mitteilung über die finanzielle Aufstellung an die öffentliche Aufklärungsplattform wird erklärt, dass der gesamte Umsatz letztes Jahr eine Steigerung auf 12,6 Prozent mit 20,4 Milliarden Türkische Lira (rund 230 Millionen Euro) erfahren hat.

Bei KAP handelt es sich um eine elektronische Plattform, die über Aktuelles aus dem Kapitalmarkt und Börsengeschäft die Öffentlichkeit informiert (www.kap.org.tr). Laut dem Kapitalmarktausschuss der Türkei müssen alle den Finanzmarkt betreffenden Veränderungen der KAP mitgeteilt werden. 2019 hat das Unternehmen mit einem Anstieg von 15-16 Prozent zum Vorjahr seinen Umsatz gefestigt.

Laut der betriebswirtschaftlichen Kennzahl EBITDA (Earnings Before Interests, Taxes, Depreciation and Amortization – stellt den Gewinn eines Unternehmens dar) erwartet die Türk Telekom einen konsolidiertes Umsatzniveau von 10 – 10,2 Milliarden TL. Die vorausgesehenen Investitionsausgaben liegen bei 5,5 – 5,7 Milliarden TL.

Die Übergabe an die Banken

Die Oger Telecom, ein privates Unternehmen mit Hauptsitz in Dubai, ist mit 55 Prozent an Türk Telekom, dem größten Telekommunikationsdienstleister der Türkei, beteiligt. Das Unternehmen erklärte nun, dass die Türk Telekom an Banken übertragen wurde. Daraufhin traten vier Manager der Geschäftsleitung, darunter der libanesische Geschäftsmann Hariri, zurück.

Hariri, der einer mächtigen politischen Familie des Libanon entstammt, hat gleichzeitig eine Beteiligung an Saudi Telecom Company (STC). Im Jahre 2005 gingen 55 Prozent der Türk Telekom an Oger Telecom, die auch der STC angehört. Die Übernahme wickelte die damals in der Türkei gegründete Ojer Telekomünikasyon A.S. (OTAS) ab. Der Kredit für den Kauf der Türk Telekom, wurde überwiegend von den Banken Akbank, Garanti Bankasi und Is Bankasi erteilt. In 2013 sollte eine Finanzierung des Kredites über 4,75 Milliarden US-Dollar erfolgen. Jedoch blieb die Zahlung aus. Darauffolgend gab im August letzten Jahres der türkische Minister für Finanzen den 55 prozentigen Anteil der OTAS an der Türk Telekom für die Übertragung der Banken frei.

Die Banken, die an der Kreditvergabe beteiligt waren, gründeten daraufhin ein gemeinsames Unternehmen, das Levent Yapilandirma Yönetimi A.S, das die 55 Prozent der OTAS abnahm. Die Verteilung der Aktien der Türk Telekom sehen nun wie folgt aus:

55 Prozent Levent Yapılandırma AS
25 Prozent Türkisches Ministerium für Finanzen
6,68 Prozent staatlicher Vermögensfond
13,32 Prozent öffentlich

(et/Yenicag)