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Taliban wollen mit Regierung in Kabul reden

8.4.2019 18:01 Uhr

Fortschritte zeichnen sich bei der politischen Lösung des langwierigen Afghanistan-Konflikts ab. Die radikalislamischen Taliban, die sich bisher geweigert hatten, mit der afghanischen Regierung zu sprechen, akzeptierten die Teilnahme von Vertretern Kabuls bei einer "innerafghanischen Konferenz" Mitte April im Golfemirat Katar.

Die Taliban erklärten in einer Mitteilung in der Nacht zu Montag, dass die Abgesandten allerdings nicht als Vertreter der Regierung teilnehmen würden, sondern als Privatpersonen, die ihre persönlichen Ansichten ausdrückten.

Es handle sich bei der Veranstaltung, die Beobachter als wichtige vertrauensbildende Maßnahme einstufen, auch nicht um Verhandlungen oder ein Treffen, sondern um eine Konferenz. Bei dieser würden lediglich Haltungen und Ansichten ausgetauscht.

"Führungsrat für Versöhnung"

Wenige Stunden zuvor hatte ein von Präsident Aschraf Ghani neu gegründeter «Führungsrat für Versöhnung» erstmals getagt. Diesem sollen führende Regierungsvertreter, prominente Politiker, ehemalige Dschihad-Führer und Mitglieder der Zivilgesellschaft angehören. Der Sprecher des Rates, Mohammed Omar Daudsai, kündigte danach an, eine Delegation des Rates werde nach Katar reisen.

Das zweite Treffen zwischen afghanischen Politikern und Vertretern der Taliban ist für den 14. April in Doha angesetzt. Erstmals hatte Anfang Februar in Moskau ein derartiges Treffen stattgefunden, allerdings ohne Vertreter der Regierung, die die Taliban bislang als «Marionette» des Westens bezeichneten. Gespräche in Abwesenheit der Regierung würden den Taliban lediglich weitere Legitimität verschaffen, hieß es danach.

Die Regierung Ghani fühlte sich bisher von den Friedensbemühungen ausgeschlossen. Seit Juli 2018 verhandeln die Taliban direkt mit den USA, die sie als dominierende Schutzmacht der Regierung in Kabul sehen.

(an/dpa)