Symbolbild: epa/Ghulamullah Habibi

Taliban erschießen vier Esel

4.2.2020 16:53 Uhr

In der zentralafghanischen Provinz Ghor sollen Kämpfer der Taliban vier Esel mit Essensnachschub getötet haben. Zwei lokalen Behördenvertretern zufolge war eine Frau mit den mit Essen bepackten Tieren auf dem Weg aus Taliban-kontrolliertem Gebiet in ihr von der Regierung kontrolliertes Heimatdorf im Bezirk Tscharsada, als Islamisten sie aufhielten.

Die Taliban hätten der Frau nicht erlaubt, die Vorräte in das von der Regierung gehaltene Dorf zu bringen. Nachdem sich die Frau gewehrt habe, hätten die Kämpfer alle vier Tiere erschossen und das Essen beschlagnahmt.

Heimatdorf ist wirtschaftlich abgeschnitten

Der Vorfall soll sich bereits am Donnerstag ereignet haben. Einem Provinzrat zufolge werden 90 Prozent des Bezirks von den Taliban beherrscht. Das Heimatdorf der Frau, in das nach Besetzung des eigentlichen Bezirkszentrums die lokalen Behörden verlegt wurden, sei wirtschaftlich völlig abgeschnitten. Die Versorgung der Dorfbewohner und der Sicherheitskräfte der Regierung - auch nur mit Grundnahrungsmitteln wie Öl, Reis oder Mehl - sei äußerst schwierig.

Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid sagte in einer Sprachnachricht über WhatsApp, alle Nachschubwege in das Dorf seien von Taliban-Kämpfern abgeschnitten worden. Seinen Angaben zufolge waren es allerdings Mitglieder lokaler pro-Regierungsmilizen, die Mehl und Öl auf die Esel gepackt hätten und diese zu ihren Kontrollposten bringen wollten. Dabei seien sie von Taliban überfallen worden. Die Kämpfer hätten "selbstverständlich" die Materialien beschlagnahmt, wobei im Zuge der Zusammenstöße auch die Esel ums Leben gekommen sein könnten. Die Mitglieder der pro-Regierungsmilizen habe man gefangengenommen.

Die aufständischen Taliban haben ihr Herrschaftsgebiet in Afghanistan vor allem seit dem Ende des internationalen Kampfeinsatzes Ende 2014, der von einem Ausbildungseinsatz abgelöst wurde, rasant ausgebaut. Die Regierung beherrscht Militärangaben aus 2018 zufolge nur noch wenig mehr als die Hälfte der Bezirke des Landes.

(an/dpa)

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