Symbolbild: epa/Muhammad Sadiq

Taliban drohen mit neuen Anschlägen

6.8.2019 12:05 Uhr

Zu einem Boykott der Präsidentschaftswahl in Afghanistan haben die radikalislamischen Taliban aufgerufen und gleichzeitig mit Gewalt gedroht. Die Bevölkerung solle sich von Wahlveranstaltungen fernhalten, um nicht zu einem potenziellen Ziel zu werden, hieß es in einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung.

Die Präsidentschaftswahl in Afghanistan ist für den 28. September angesetzt. Der erste Tag des Wahlkampfs war Ende Juli von einem schweren Anschlag überschattet worden. Bei einem Autobomben-Angriff auf das Büro des Vizepräsidentenkandidaten Amrullah Saleh in der Hauptstadt Kabul wurden mehr als 20 Menschen getötet.

Die Taliban lehnen Wahlen ab. In der Vergangenheit haben sie immer wieder Wahlveranstaltungen und Wahllokale angegriffen. Der erste Tag der Parlamentswahl im Oktober des Vorjahres war nach Angaben der UN-Mission in Afghanistan (Unama) der Tag mit der höchsten Zahl an zivilen Opfern im Jahr 2018.

Umstrittene Wahl

Die Abhaltung der Wahl ist in der Bevölkerung angesichts des laufenden Friedensprozesses umstritten. Viele Afghanen denken, die Wahl könnte einem möglichen Frieden mit den Taliban im Weg stehen. Aufgrund der schlechten Sicherheitslage ist zudem die Durchführung der Wahl in vielen Gebieten gefährdet.

Die Taliban sind die größte Aufständischengruppe in Afghanistan und waren von 1996 bis 2001 an der Macht. Nach den Al-Kaida-Angriffen von 2001 in New York und Washington wurden sie von den USA an der Spitze einer internationalen Militärintervention von der Macht vertrieben. Die Taliban hatten den Al-Kaida-Chef Osama bin Laden beherbergt.

Vor allem seit dem Ende des internationalen Kampfeinsatzes Ende 2014, der von einem Ausbildungseinsatz abgelöst wurde, haben die Taliban wieder an Stärke gewonnen. Die USA treiben aktuell eine politische Lösung des Konflikts voran.

(an/dpa)

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