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TAGYAD: Türkei sollte “smarter” in der Landwirtschaft werden

29.6.2020 11:26 Uhr, von Andreas Neubrand

Laut dem Leiter der türkischen Gilde der Agrarjournalisten (TAGYAD) sollte die Türkei ein Land der "intelligenten Landwirtschaft" werden. Damit könne man die landwirtschaftlichen Probleme überwinden, die Einkommen erhöhen und die Ernährungssicherheit für die Zukunft zu gewährleisten.

Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen ist Smart-Agriculture ein Konzept, das sich auf den Einsatz moderner Technologien in der Landwirtschaft zur Steigerung der Quantität und Qualität von Produkten bezieht.

GPS und Internet der Dinge

Landwirte können GPS-Systeme verwenden, Böden scannen und vom Internet der Dinge profitieren, um ihren Einsatz von Pestiziden und Düngemittel besser anzupassen, sagte Ismail Ugural, Mitglied des Exekutivkomitees der International Federation of Agricultural Journalists (IFAJ).

"Nur zwei Länder der Welt könnten aufgrund ihrer Politik und Planung zu Ländern mit intelligenter Landwirtschaft werden: die Niederländer und Neuseeland. Warum sollte die Türkei nicht das dritte Land werden?" fügte er hinzu.

Früher Weizen, heute Milch

Der türkische Agrarsektor habe in letzter Zeit trotz aller struktureller Probleme an Boden gewonnen und tue dies auch weiterhin. Früher war Weizen das wichtigste Produkt der türkischen Landwirtschaft, heute ist es Milch.

Die Türkei gehört zu den Top-10-Ländern bei der landwirtschaftlichen Produktion. Die Türkei sei dabei besonders stolz auf ihr Produktionspotential und könne bis zu 300 Millionen Menschen ernähren.

Türkei hat Millionen von Kleinbauern

Trotz einiger kleinerer Probleme waren die Maßnahmen gegen das Coronavirus ausreichend. "Die türkische Lebensmittelindustrie steigert nicht nur die Exportleistung des Landes, sie stellt darüber hinaus auch die Lebensmittelsicherheit für das Land dar."

Die Türkei sollte aber ihre Probleme in der Agrarwirtschaft erörtern und politisch wie technisch lösen. "Die Gesamtmenge der Agrarexporte liegt zwar bei stattlichen 16 Milliarden Euro, doch das Land liege noch immer unter seinem Potential. Die Türkei solle sich deswegen neue, realistische Ziele setzen", so Igural.

"Die türkische Landwirtschaft ist derzeit von Millionen von Kleinbauern abhängig. Daher sollte die Strategie darin bestehen, eine makroökonomische Agrarpolitik zu entwickeln, statt die Kleinbauern einzeln zu unterstützen", fügte er hinzu.

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