Imago/Zakir Hossain Chowdhury

Tag der Muttersprache: "Vielfalt stärkt die Völkerverständigung"

21.2.2019 14:20 Uhr

Haben Sie es gewusst? Heute ist der Tag der Muttersprache. Den hat die Unesco vor 19 Jahren eingeführt, weil gut die Hälfte aller weltweit gesprochenen Sprachen vom Aussterben bedroht sind.

Seit 2000 steht der 21. Februar für die "Förderung sprachlicher und kultureller Vielfalt und Mehrsprachigkeit" und im Zeichen der "kulturellen Identität der jeweiligen Sprache sprechenden Menschen", wie die Unesco auf ihrer Webseite schreibt. Zudem wird zu gegenseitigem Verständnis und Respekt aufgerufen.

Sprache muss gesprochen werden

Doch wie kann eine Sprache eigentlich aussterben? "Eine Sprache kann dann sterben, wenn die Anzahl der Sprecher zu gering wird, so dass sie von den Eltern kaum mehr an die nächste Generation weitergegeben werden kann. Verstärkt wird dies dadurch, wenn die Sprache auch institutionell keinen Einfluss hat" sagt der Sprachforscher Aria Adli in einem Interview mit der Deutschen Welle.

Eines der erklärten Ziele der Vereinten Nationen sei daher der Erhalt der sprachlichen und kulturellen Vielfalt, betont Adli. "Diese Vielfalt trägt letztlich dazu bei, dass es Völkerverständigung gibt. Das muss bewahrt werden. Wenn das verloren ginge, entstünde tatsächlich ein nachhaltiger Schaden."

Blutige Demonstrationen

Der 21. Februar ist übrigens nicht zufällig ausgewählt. Das Datum geht auf blutige Studenten-Demonstrationen vor 67 Jahren zurück. Schon damals ging es um Verständnis und Respekt. Als Britisch-Indien unabhängig wurde, entstanden die Staaten Indien und Pakistan. Die Regierung plante, Urdu zur alleinigen Staatssprache in Ostpakistan (heute Bangladesch) zu machen.

Intellektuelle und Studenten gingen in Dhaka auf die Straße, um dies zu verhindern. Sie demonstrierten für eine Anerkennung des Bengalischen als offizielle Staatssprache. Es kam zu blutigen Auseinandersetzungen, schließlich gaben die Machthaber am 21. Februar 1952 nach. Bengalisch wurde zweite Amtssprache.

(bl)

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