Kirsty O'connor/PA Wire/dpa

Täter von London kürzlich aus Haft entlassen

2.2.2020 22:24 Uhr

Der mutmaßliche Islamist, der in London zwei Menschen bei einem Stichwaffenangriff verletzt hat, war nach Medienberichten einschlägig vorbestraft. Der am Sonntag von der Polizei erschossene Mann sei erst im vergangenen Monat aus dem Gefängnis entlassen worden, berichteten mehrere britische Medien am Abend übereinstimmend. Demnach verbüßte er etwa die Hälfte einer rund dreijährigen Haftstrafe wegen der Verbreitung von islamistischer Propaganda.

Der Mann hatte am frühen Nachmittag in einer belebten Einkaufsstraße im Stadtteil Streatham mit einem Messer Passanten angegriffen. Eines seiner beiden Opfer, ein Mann, schwebte am Abend nach Polizeiangaben noch in Lebensgefahr. Eine Frau wurde demnach leichter verletzt. Ein weitere Frau sei vermutlich durch Glassplitter bei dem Polizeieinsatz leicht verletzt worden, teilte die Polizei mit.

Täter stand unter Terror-Überwachung

Ein Augenzeuge berichtete, der Angreifer sei mit einer Machete bewaffnet gewesen. An seiner Brust seien "silberne Kanister" befestigt gewesen. Am Abend teilte die Polizei mit, der vermutlich islamistische Angreifer habe eine Sprengstoffgürtel-Attrappe getragen. Britischen Medienberichten zufolge stand der Mann unter Überwachung der Anti-Terror-Polizei. Die Polizei erklärte lediglich, Mitglieder einer Anti-Terror-Einheit seien bei der Attacke im Süden der britischen Hauptstadt "im Rahmen eines präventiven Einsatzes" vor Ort gewesen.

In den Online-Netzwerken wurden Videos hochgeladen, die den Polizeieinsatz zeigen sollen. Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie sich bewaffnete Polizisten einem reglos am Boden liegenden Mann nähern, plötzlich zurückweichen und umstehende Passanten auffordern, sich ebenfalls zu entfernen.

Messerattentäter wegen Terrorpropaganda vorbestraft

Der am Sonntag von der Polizei in der britischen Hauptstadt erschossene Mann sei 2018 im Alter von 18 Jahren unter anderem wegen der Verbreitung von islamistischer Propaganda verurteilt worden, berichtete die Zeitung "The Guardian". Laut dem Sender SkyNews kam er im Januar nach Verbüßung etwa der Hälfte einer rund dreijährigen Haftstrafe frei.

Die britische Hauptstadt war in den vergangenen Jahren mehrfach von islamistischen Anschlägen erschüttert worden. Ende November hatte ein Angreifer auf der London Bridge zwei Menschen erstochen und mehrere weitere verletzt, bevor er von Polizisten erschossen wurde. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Messerattacke für sich. Der Angreifer, der 28-jährige Brite Usman Khan, war bereits 2012 wegen einer terroristischen Straftat verurteilt worden.

Nach der Tat vom November hatte Premierminister Boris Johnson Gesetzesverschärfungen angekündigt. Am Sonntag dankte er den Einsatzkräften. "Meine Gedanken sind bei den Verletzten und allen Betroffenen", sagte er. Innenministerin Priti Patel lobte den Mut der Polizisten und der Rettungskräfte. Londons Bürgermeister Sadiq Khan erklärte, die Strategie der "Terroristen, uns zu spalten und unsere Lebensweise zu zerstören", werde keinen Erfolg haben.

(ce/afp)

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