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Tabellenführung – Fenerbahce besiegt Kasimpasa

8.11.2019 20:36 Uhr, von Christian Ehrhardt

Den Auftakt zum elften Spieltag in der türkischen Süper Lig machte am Freitagabend ein Ortsderby in Istanbul: Fenerbahce Istanbul gegen Kasimpasa. Für die Kanarienvögel stand fest, nur ein Heimsieg in Kadiköy würde sie an die Tabellenspitze katapultieren und den Druck auf Alanyaspor erhöhen. Und Fenerbahce schaffte es nach etlichen vergeblichen Anläufen, durch den 3:2-Heimsieg zumindest vorläufig die Tabellenführung zu erobern.

Das Spiel in Kadiköy startete für den Anhang von Fenerbahce recht vielversprechend. Nach einem Gewusel im Strafraum auf der rechten Seite tönte auf einmal der Pfiff des Schiedsrichters Ali Palabiyik durchs weite Rund – Strafstoß. Auch nach der dreißigsten Wiederholung der Szene wird nicht deutlich klar, war es ein elferwürdiges Foul oder nicht. Das störte den Kosovaren Vedat Muriqi herzlich wenig und er nagelte den Ball ins Netz – 1:0. Doch anstatt durch den Treffer Ruhe in die Reihen zu bekommen, bedrängte die Gäste aus der Nachbarschaft die Kanarien energisch, wollten den Ausgleich. Und den gab es. In der 37. Minute zeigte Kasimpasa einen sehenswerten Angriff über die linke Seite, pass in die Mitte und da stand der Schwede Abdul Khalili frei und zirkelte das Ei ins Nest der Kanarienvögel – 1:1.


Nun machte Fenerbahce wieder mehr Betrieb. In der 43. Minute arbeitete Fener mit Druck nach vorne, halbhoher Ball auf den Ex-Bayern Luiz Gustavo und dessen Kopfball sprang dem Kosovaren Loret Sadiku klar in der Box an die Hand. Nach einer Unterhaltung mit dem VAR ging es an den Bildschirm und Referee Palabiyik entschied korrekterweise auf Strafstoß und Gelb. Es trat wieder Muriqi an und drin war das Ding zum Elfer-Doppelpack – 2:1. Über den Elfer spulte sich der Ägypter Karim Hafez extrem auf, kassierte in Serie, weil er unbelehrbar schien, zweimal den gelben Karton und durfte unter die Dusche. Dumm und unnötig. Kasimpasa hatte damit ab der 44. Minuten einen Spieler weniger auf dem Feld. Sieben Minuten Nachspielzeit brachten beiden Teams nicht und es ging mit der knappen Führung für Fenerbahce in die Pause.

Fenerbahce machte sich selbst das Leben schwer

Eigentlich sollte man denken, so ein Führungstreffer vor der Halbzeit nebst Überzahlspiel würde dem Heimteam Ruhe geben und man spielt die Nummer lässig runter. Nicht so, wenn man Fenerbahce heißt. Da liebt man, es die Dinge spannend zu machen. Und so ließ man dann Kasimpasa erst einmal gewähren, was die Gäste auch frohlockend machten. Das zahlte sich in der 56. Minute aus, denn der Tunesier Syam Ben Youssef knipste für den Ortsrivalen zum Ausgleich in Unterzahl – 2:2. Lange durften sich die Gäste jedoch nicht darüber freuen, denn in der 59. Minute arbeitete der ehemalige Bundesligaprofi Tolga Cigerci, der für den VfL Wolfsburg, Borussia Mönchengladbach und Hertha BSC kickte, hervorragend vor und Serdar Aziz machte das Tor mit dem Goldköpfchen – 3:2.


In der 72. Minute hatte dann Referee Ali Palabiyik einen bösen Tomatenanfall. Der Chilene Mauricio Isla traf im Zweikampf beim Reinrutschen den Gegenspieler ohne echte Absicht und sicherlich nicht dramatisch. Das alles reichte aber für Palabiyik aus, den roten Karton zu ziehen – ein gravierender Fehlgriff, der dafür sorgte, dass beide Team zahlenmäßig wieder auf Augenhöhe waren. In der Folge verschleppte Fenerbahce das Spiel etwas, zog es in die Breite, um sich nicht den Ausgleich zu fangen und beschränkte sich auf vorsichtigen Spielaufbau. In der 85. Minute die Chance auf die Vorentscheidung. Moses auf der linken Seite durch, gut getimter Ball in die Mitte, doch da schaffte Ozan Tufan das Kunststück, die Pille vorbeizusemmeln. Kann auch nicht jeder. Sechs Minuten Nachspielzeit wurden in der 90. Minute angezeigt und auch hier fragt man sich nach den sieben Extraminuten in der ersten Hälfte, wonach die "Mehrarbeit" in der Süper Lig festgelegt wird. Lust und Laune? Zuschauerzahl? Die Extratime spielten die Kanarien aber gut runter, holten damit drei Punkte und zumindest vorläufig die Tabellenführung.

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