Symbolbild: imago images/Xinhua

Syrisches Staatsfernsehen strahlt Assad-Gespräch aus

10.12.2019 20:55 Uhr

Ein Interview mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad mit dem italienischen Sender Rai hat zu einer Kontroverse geführt. Nun hat das Staatsfernsehen das Gespräch nun selbst ausgestrahlt. "Wir werden gestärkt aus diesem Krieg hervorgehen", sagt Assad in dem Interview, das am Montagabend veröffentlicht wurde, zum Bürgerkrieg im eigenen Land.

"Die Situation ist viel, viel besser, da wir von diesem Krieg so viele Lektionen gelernt haben und ich glaube, die Zukunft Syriens ist vielversprechend."

Verschleiert der Westen die Wahrheit?

Das Exklusivinterview hatte der öffentlichen Rundfunkanstalt Ärger eingebracht. Die Starjournalistin und ehemalige Nahost-Korrespondentin Monica Maggioni hatte das Gespräch mit Assad vor zwei Wochen aufgezeichnet. Rai wollte es dann aber nicht ausstrahlen, da es von keiner leitenden Stelle in Auftrag gegeben worden sei. Rais wiederholte Bitten um Aufschub seien ein "weiteres Beispiel für die Versuche des Westens, die Wahrheit zur Lage in Syrien zu verbergen", kritisierte die syrische Regierung.

Assad beschuldigt Europa in dem Interview, für die Situation in Syrien verantwortlich zu sein. Europa unterstütze zusammen mit den USA und der Türkei Terrorismus im Land. "Europa hat das Chaos in Syrien als Hauptakteur verursacht", sagt Assad. Einen konfessionellen, ethnischen oder politischen Krieg habe es nicht gegeben. "Es waren Terroristen, die von Kräften von außen unterstützt wurden. Sie haben Geld und Ausrüstung und besetzen diese Gebiete." Assad stritt erneut ab, in dem seit 2011 laufenden Krieg Chemiewaffen gegen die eigene Bevölkerung und die Opposition eingesetzt zu haben.

Am Montagabend teilte Rai mit, dass das etwa 20 Minuten lange Interview auch in der Online-Mediathek RaiPlay laufen werde. Dort war es am Dienstag verfügbar.

(an/dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.