Symbolbild: epa/STR

Syrien: IS schlägt zurück

8.1.2019 13:39 Uhr

Der Islamische Staat (IS) ist noch nicht tot. Das hat er im Osten Syriens mit einem Gegenangriff bewiesen. Während eines Sandsturms habe die Extremistengruppe Stellungen der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) am Euphrat attackiert und 23 Kämpfer der kurdisch-arabischen Allianz getötet, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag. Allerdings habe die IS-Miliz das Gebiet nicht halten können.

Die SDF-Einheiten versuchen seit September mit Unterstützung der internationalen Anti-IS-Koalition, die letzten Bastionen der Dschihadisten an der irakischen Grenze zu erobern, stoßen dabei aber auf erbitterten Widerstand. Zwar ist es ihnen nach blutigen Kämpfen gelungen, die Ortschaften Hadschin und Al-Schaafa zu erobern, doch kontrollieren die noch rund 2000 Dschihadisten weiter die nahegelegenen Dörfer Sussa und Baghus.

Angriff begann mit zwei Selbstmordattentätern

Laut der Beobachtungsstelle starteten die Dschihadisten ihren Gegenangriff in Sussa und Al-Schaafa am Sonntagabend unter Einsatz von zwei Selbstmordattentätern, wobei sie sich einen Sandsturm zunutze machten. Die Kämpfe hätten die ganze Nacht angehalten, wobei auch neun Dschihadisten getötet worden seien, erklärte die oppositionsnahe Organisation. Am Morgen hätten die SDF-Einheiten die verlorenen Stellungen aber zurückerobert.

Wegen ihrer reduzierten Kräfte habe die IS-Miliz die Positionen nicht halten können, erklärte die Beobachtungsstelle, die ihre Informationen von Aktivisten vor Ort bezieht. Für Medien sind sie meist kaum zu überprüfen. Die Verteidigung der Dschihadisten sei kollabiert, weshalb sie nun auf Scharfschützen und Blitzattacken setzen, erklärte die Beobachtungsstelle. Vor allem die zahlreichen versteckten Minen würden den SDF-Vormarsch aufhalten.

Trump hielt IS für besiegt

US-Präsident Donald Trump hatte die IS-Miliz vor Weihnachten für besiegt erklärt und angekündigt, alle US-Soldaten aus Syrien abzuziehen. Nach Kritik von Mitarbeitern und Verbündeten relativierte Trump inzwischen diese Aussage. Sein Sicherheitsberater John Bolton nannte am Sonntag als Bedingung für einen Rückzug, dass sich die IS-Miliz nicht neu gruppieren könne und die Sicherheit der kurdischen Verbündeten garantiert sein müsse.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron drängte bei einem Telefonat mit Trump auf "eine enge Abstimmung zwischen den Mitgliedern der internationalen Koalition" gegen die IS-Miliz, wie der Elysée-Palast am Dienstag in Paris mitteilte. Der Kampf gegen die IS-Miliz bleibe eine "Priorität". Frankreich will sich ebenso wie Großbritannien nach dem angekündigten US-Abzug zunächst weiter militärisch in Syrien engagieren.

(an/afp)