Symbolbild: epa/Nabil Mounzer

Syrien: Al-Kaida-nahe Gruppe erobert Dörfer

3.1.2019 13:21 Uhr

Nach schweren Kämpfen im Nordwesten Syriens hat eine Al-Kaida-nahe Miliz ihr Einflussgebiet ausgeweitet. Die Gruppe Haiat Tahrir al-Scham (HTS) habe im Süden der Provinz Idlib elf Dörfer eingenommen, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag.

Beide Konfliktparteien meldeten Zusammenstöße an mehreren Fronten. Die Gewalt war am Dienstag zwischen der HTS-Miliz und dem Rebellenbündnis Nationale Befreiungsfront (NLF) ausgebrochen. Zwischen ihnen kommt es seit Monaten immer wieder zu Spannungen.

Frühere al-Nusra-Front

Die Region um die Stadt Idlib ist das letzte große Rebellengebiet im Bürgerkriegsland Syrien. Die radikal-islamische HTS-Miliz gehört hier zu den dominierenden Kräften. Die früher unter dem Namen Al-Nusra-Front bekannte Gruppe hat sich offiziell vom Terrornetzwerk Al-Kaida losgesagt. Die NLF wiederum wird von der Türkei unterstützt.

Die Türkei als Verbündeter der Rebellen und Russland als Unterstützer der syrischen Regierung hatten sich im vergangenen Jahr auf eine entmilitarisierte Pufferzone für Idlib geeinigt, die Rebellen und syrische Armee trennen soll. Führende HTS-Vertreter sprachen sich damals gegen die Pufferzone aus. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu drohte damals, die Region werde "von Radikalen gesäubert" werden. Das türkische Militär hat in der Region um Idlib auch Beobachtungsposten.

(an/dpa)