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SunExpress: CCO Glade spricht sich gegen Quarantäne-Regeln der Regierung aus

30.9.2020 9:00 Uhr

Peter Glade, CCO (Chief Commercial Officer) von SunExpress, hat die Bundesregierung mit deutlichen Worten kritisiert. Er sieht den Wechselkurs, den auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mitinitiiert, als kontraproduktiv für die komplette Reisebranche und Reisewillige in Deutschland an. Gerade kurz vor den Herbstferien sei die fehlende Planbarkeit in der Branche schlecht für das Herbstgeschäft und die Flüge in die Türkei.

Die Herbstferien in Deutschland stehen vor der Tür. Gerade das Herbstgeschäft mit der Türkei – hier primär die Ägäis- und Mittelmeerziele – hätte noch den einen oder anderen Reiseunternehmer retten können, der unter dem wirtschaftlichen Fallout durch das Coronavirus zu leiden hatte. Besonders weil die Hochsaison im Sommer nicht optimal gelaufen sei, hätte man mit der Nachsaison zu den Herbstferien noch etwas die Kurve kriegen können. Das Unterfangen sieht Glade durch den Quarantäne-Schlingerkurs der Bundesregierung nachhaltig gefährdet.

Glade: "Türkei hat eine echte Vorbildfunktion für andere Urlaubsdestinationen"

Mitten in den Herbstferien – ab dem 15. Oktober – das Regelwerk zu ändern, trage zur Verunsicherung der Urlauber und ausbleibenden Buchungen bei. Glade verortet das als " politischen Willen, Reisende zu verwirren", sagte er dem fvw. Der Branche selbst bliebe kaum mehr Zeit, die Kohlen aus dem Feuer zu holen und das Ruder rumzureißen. Dabei, so Glade, verhalte sich die Türkei vorbildlich und biete den Kunden die Option, bis tief in den kalendarischen Herbst hinein Urlaub am Meer zu verbringen. Diese Urlaubs-Möglichkeiten der Türkei würden jedoch ungenutzt verpuffen, wenn die Urlauberinnen und Urlauber verunsichert würden, wie das bei einem Wechsel der Quarantäne- oder Test-Routine sicher der Fall sei. In der Türkei wird laut Peter Glade von SunExpress vorbildlich und umsichtig gehandelt – besonders auch im Bereich der Hotels, die Pauschalurlauber bedienen.

Peter Glade, CCO von SunExpress

"Der Umgang mit Corona in den Hotels ist überaus professionell, konsistent und durchdacht. Das Land hat eine echte Vorbildfunktion auch für andere Urlaubsdestinationen. Die Türkei hat ihre Hausaufgaben in puncto Hygiene- und Abstandsregelungen wirklich gemacht", lobte Glade den Geschäftspartner. Da würde es nicht passen, kritisiert Glade, wenn Gesundheitsminister Jens Spahn von der CDU sagt, dass man seinen Urlaub im Herbst oder Winter am besten in Deutschland verbringen würde. "Wir alle wissen doch mittlerweile nur zu gut, dass es nicht davon abhängt, wo ich mich aufhalte, sondern wie ich mich verhalte. Wer verantwortungsvoll reist, stellt kein größeres Risiko dar als jemand, der die Ferien zuhause verbringt. Für die Branche fährt der Gesundheitsminister meiner Ansicht nach einen Schlingerkurs", bemängelt Peter Glade den inkonsistenten Kurs der Bundesregierung, der zum Nachteil der Türkei, der Reiseveranstalter, der Reiselustigen und der Airline SunExpress, dem Joint Venture von Turkish Airlines (THY) und Lufthansa, läuft.

(ce)

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