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Sudan - Ärzte streiken

23.12.2018 19:01 Uhr

Die Wirtschaftspolitik im Sudan trifft auf wenig bis gar keine Gegenliebe. Die Brotpreise im Land wurden massiv erhöht und seit diesem Zeitpunkt gehen die Menschen auf die Straßen. Der Protestwelle haben sich nun die Ärzte aus Solidarität angeschlossen und verweigern die Arbeit. Behandelt wird nur dann, wenn es sich um wirkliche Notfälle handelt.

Aus Solidarität mit Protesten gegen höhere Brotpreise hat eine wichtige Ärztevereinigung im Sudan einen unbefristeten Streik erklärt. Die Mediziner würden an diesem Montag mit der Arbeitsniederlegung beginnen und nur für Notfälle eine Ausnahme machen, erklärte die Vereinigung CCSD am Sonntag.

Ärzte monieren, dass mit scharfer Munition auf Protestierende geschossen wurde

Es sei die moralische Pflicht aller Bürger, die Gewalt abzulehnen, die von den Sicherheitskräften bei der Unterdrückung der Proteste an den Tag gelegt worden sei, hieß es. Es sei mit scharfer Munition auf unbewaffnete Demonstranten geschossen worden.

Die Proteste gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung hatten am Mittwoch in Städten im Osten des Landes begonnen, ausgelöst von einer Erhöhungen des Brotpreises. Seither kam es auch in anderen Landesteilen zu Protesten. Bei deren Niederschlagung wurden nach Oppositionsangaben mehrere Menschen getötet und Dutzende verletzt.

Die Regierung hatte erst am Mittwoch wegen der andauernden Proteste in zwei östlichen Provinzen den Notstand verhängt. Die Wirtschaft des ölreichen ostafrikanischen Staates befindet sich derzeit in einer schweren Krise. Wegen hoher Inflation verlieren die Menschen an Kaufkraft. Auch die Landeswährung, das sudanesische Pfund, hat zuletzt an Wert verloren.

(ce/dpa)