epa/Jamal Nashrallah

Sudan: Acht Tote bei Demonstrationen

21.12.2018 9:25 Uhr

Acht Tote: Dies ist die vorläufige Bilanz bei Protesten gegen eine Erhöhung der Brotpreise im Sudan. Wütende Demonstranten setzten in zwei Städten zudem Büros der Regierungspartei von Präsident Omar al-Baschir in Brand.

Die Regierung hatte am Dienstag bekannt gegeben, der Brotpreis werde verdreifacht. Dagegen gab es am Mittwoch und am Donnerstag heftige Proteste.

In der Stadt Al-Gadaref im Osten des Landes seien sechs Menschen getötet und zahlreiche verletzt worden, sagte ein Behördenvertreter dem Sender Sudania 24 am Donnerstagabend. In der Stadt Atbara rund 400 Kilometer östlich der Hauptstadt Khartum seien zwei weitere Demonstranten getötet worden, sagte der Sprecher der örtlichen Behörden, Ibrahim Mukhtar.

Polizei geht mit Tränengas gegen Demonstranten vor

Die Regierung verhängte am Donnerstag eine nächtliche Ausgangssperre in vier Städten. In der Hauptstadt Khartum gingen die Demonstrationen jedoch weiter. Dutzende Studenten hatten hier tagsüber Zugangsstraßen zur Universität blockiert. Polizisten gingen mit Tränengas gegen die Demonstranten vor.

Sudan liegt wirtschaftlich am Boden. In den vergangenen Monaten sind die Preise für viele Lebensmittel bereits stark gestiegen - manche um das Doppelte. Die Inflationsrate beträgt 70 Prozent. Die Regierung erhöhte den Brotpreis von einem auf drei sudanesische Pfund (von zwei auf sechs Cent).

(an/afp)