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Suat Serdar: "Ich wollte niemanden vor den Kopf stoßen"

16.10.2019 19:35 Uhr

Nach Senol Günes' Kritik an Serdar Suats Entscheidung für das DFB-Team, verteidigte sich der 22-Jährige: "Ich wollte niemanden verärgern oder vor den Kopf stoßen", sagte Serdar: "Aber ich habe seit der U16 immer für Deutschland gespielt. Als Jogi angerufen hat, habe ich mich dann kurz mit meiner Familie besprochen und entschieden, hinzufahren."

Mit dem türkischen Verband habe es lediglich "losen Kontakt" gegeben. Günes hatte kritisiert, Serdar habe den Verband im Unklaren gelassen. "Ich war bei seinem Vater und bei Schalke-Spielen, nur für Suat", hatte Günes erklärt und versichert: "Es wurde gesagt, dass Serdar nicht für die deutsche Nationalmannschaft auflaufen werde." Damit, dass er in der Vorwoche sowohl beim 2:2 gegen Argentinien als auch beim 3:0 in Estland eingewechselt wurde, hatte Serdar nach eigener Auskunft "nicht gerechnet". Auf die Frage, ob er glaube, wieder eingeladen zu werden, antwortete er: "Erstmal mache ich mir keine Hoffnungen, sondern konzentriere mich auf Schalke."

Wirbel um Militärsalut

Der Wirbel um den Militärsalut der türkischen Nationalspieler, den sie bei den Spielen gegen Albanien und Frankreich zeigten, will nicht abebben. Der Blick richtete sich auch nach Nordrhein-Westfalen, wo der türkische Nationalspieler Ozan Kabak beim FC Schalke 04 unter Vertrag steht. Kabak hatte ebenso den Salut gezeigt. Nun meldet sich sein Teamkollege Suat Serdar zu Wort, der sich erst kürzlich dafür entschieden hat, nicht für die Türkei, sondern sein Geburtsland Deutschland aufzulaufen. Und das tat er mit den klaren Worten: "Wir sind alle gegen Krieg. Auch Ozan!"

Der in Bingen geborene Serdar hatte in der Vorwoche sein Debüt für die deutsche Nationalmannschaft gegeben. Kabak hatte bei den Spielen der Türkei in der EM-Qualifikation gegen Albanien und in Frankreich auf der Bank gesessen, sich nach dem Heimspiel aber dem Salut der Kollegen angeschlossen. Der FC Schalke 04 hatte daraufhin erklärt, man werde "intern mit Kabak sprechen" und sich von den Gesten distanziert.

(ce/dpa)

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