imago/foto2press

Stuttgart punktet in Bremen

22.2.2019 22:45 Uhr

Werder Bremen wird das 1:1 vor heimischer Kulisse gegen den abstiegsgefährdeten VfB Stuttgart eher als "kleine Niederlage" werten. Die Bremer richten ihren Blick eher nach oben in der Tabelle, was den Schwaben derzeit nicht vergönnt ist. So haben am heutigen Freitag die Europa-League-Ambitionen von Werder durch die gerechte Punkteteilung eher einen Rückschlag erhalten. Für die Stuttgarter und ihren gebeutelten Trainer Markus Weinzierl könnte der Auswärtspunkt bei den Hanseaten zu einem "Aufbruchssignal" in Richtung Klassenerhalt werden.

Vor 41 000 Zuschauern im Bremer Weserstadion hatte Steven Zuber den VfB bereits in der zweiten Minute in Führung gebracht. Davy Klaassen gelang zum Auftakt des 23. Spieltags in der 45. Minute der Ausgleich für die Bremer, für die das Remis im Kampf um die Europa-League-Plätze zu wenig ist. Der VfB von Trainer Markus Weinzierl steht mit 16 Punkten vorerst weiter auf Tabellenplatz 16.

Bildquelle: imago/Nordphoto
Ozan Kabak, Winterneuzugang von Galatasaray Istanbul und Stuttgarter Rekordtransfer, kam auf eine hervorragende Zweikampfquote von 62 Prozent. Der 18-Jährige entwickelt sich und mehr zu einem echten Gewinn für die Schwaben und die Bundesliga.

Großchancen in Serie für den VfB zu Beginn

"Wir wollten gewinnen, das haben wir nicht geschafft", gab Werder-Coach Florian Kohfeldt im Eurosport-Interview zu. "Es ist sehr ärgerlich, aber ich kann jetzt auch keinem einen Vorwurf machen. Wir alle wollten heute gewinnen - aber zum Gewinnen war das heute zu wenig." Schon nach 61 Sekunden lag der Ball im Netz - zum Entsetzen der Werder-Fans aber im Bremer. Bei seinem Schwabenstreich nach Kopfballvorlage von Mario Gomez umkurvte Zuber erst Nuri Sahin, dann setzte der Schweizer zu einem Solo an und ließ Werder-Keeper Jiri Pavlenka mit seinem Schuss in die kurze Ecke keine Chance.

Den Schock des schnellsten Gegentors in dieser Saison hatten die verschlafenen Bremer noch gar nicht richtig verdaut, da hatte Gomez die nächste Großchance - doch der 33-Jährige vertändelte den Ball im Strafraum (9.), zudem war Pavlenka da. Die Mannschaft von Kohfeldt, der erstmals den 19 Jahre alten Amerikaner Joshua Sargent in die Startelf beorderte, schien noch gar nicht richtig auf dem Platz zu sein. "Irgendwie habe ich gehofft, dass wir diesmal den Lucky Punch schaffen und nicht der Gegener. Es ist bitter, es ist irgendwie ein verlorener Punkt", sagte Gomez. Der 33-Jährige war auch selbstkritisch: "Ich habe zwei Chancen - wenn ich eine mache, steht es 2:0. Das Glück ist im Moment nicht auf meiner Seite."

Werder konnte ein Mehr an Ballbesitz nicht nutzen

Der VfB kombinierte gut, nahm die Zweikämpfe an und blieb bei pfeilschnellen Kontern gefährlich. Erst nach 15 Minuten hatte Werder durch eine tolle Einzelaktion von Milot Rashica die erste Chance. Danach kamen die Norddeutschen zwar besser ins Spiel, leisteten sich aber zu viele Fehlpässe, agierten zu behäbig und mussten ständig auf der Hut sein. Alexander Esswein (25.) und erneut Zuber (26.) versuchten ihr Glück, bevor der starke Rashica die bis dahin beste Werder-Chance aus bester Position vergab (30.).

Bildquelle: imago/Eibner
Doch auch deutlich mehr Ballbesitz brachte lange nichts Zählbares - bis Klaassen kurz vor dem Pausenpfiff mit einem Sonntagsschuss Marke "Tor des Monats" den Ausgleich erzielte (45.). Zuvor hatte Pavlenka auch die zweite Riesenchance von Gomez reaktionsschnell vereitelt (44.). So war das 1:1 zur Pause für die Hausherren etwas schmeichelhaft. Als Oldie Claudio Pizarro nach einer Stunde für den glücklosen Sargent kam, ging ein Raunen durchs Stadion - viele Fans erhoben sich sogar von den Sitzen. Doch anders als beim 1:1 in Berlin konnte der mit 40 Jahren älteste Torschütze der Bundesliga-Historie diesmal keinen Treffer draufsetzen. Stuttgarts Keeper Ron-Robert Zieler hielt in der Sturm-und-Drang-Periode der Bremer das 1:1 fest - auch bei einer Riesen-Kopfballchance von Verteidiger Theodor Gebre Selassie war er auf dem Posten (79.).

<h4></h4>(ce/dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.