Muenchen, Blick in die Sendlinger Strasse in der Coronazeit IMAGO / STL

Studien: Nach Lockdown-Ende keine schnelle Erholung

13.2.2021 20:14 Uhr

Ein Ende des Corona-Lockdowns wird der Wirtschaft nach Einschätzung von Ökonomen nicht automatisch zum ersehnten schnellen Aufschwung verhelfen - solange das Virus nicht unter Kontrolle ist.

Vergleichsstudien in Skandinavien und den USA zeigen, dass die Wirtschaft in Ländern und Regionen ohne strikte Lockdowns in der ersten Phase der Epidemie ebenso abstürzte wie in Staaten mit strikten Beschränkungen. "Da das Virus für Unsicherheit sorgt, investieren viele Firmen nicht", sagt Clemens Fuest, der Präsident des Münchner Ifo-Instituts. "Wenn ein gefährliches Virus grassiert, gehen die meisten Menschen nicht ins Kino, ins Restaurant oder ins Konzert, egal ob sie dürfen oder nicht."

Mit oder ohne Lockdown das gleiche Ergebnis

In Europa ist Schweden das bekannteste Beispiel für ein Land, dass mit der Pandemie zunächst ohne strikte Beschränkungen zurechtkommen wollte. Dennoch brach die schwedische Wirtschaftsleistung nach Daten der EU-Statistikbehörde im zweiten Quartal 2020 um 8 Prozent ein, im benachbarten Dänemark waren es mit Lockdown minus 7,1 Prozent. Dabei spielte allerdings auch eine Rolle, dass die internationalen Lieferketten in der Industrie zeitweise schwer gestört waren.

Ifo-Wissenschaftler haben in einer Studie den schwedischen Arbeitsmarkt untersucht, der ebenfalls hart getroffen wurde. "Ohne Lockdown kommt der wirtschaftliche Einbruch etwas später und ist nicht ganz so tief", sagt Fuest. "Das bezahlt man allerdings mit später höheren Infektionszahlen und entsprechend höheren gesundheitlichen und ökonomischen Schäden, die nicht mitgezählt sind."

(dpa)

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