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Studie: Nordkorea betreibt mindestens 13 geheime Raketenstützpunkte

13.11.2018 11:59 Uhr

Nordkorea betreibt laut einer am Montag veröffentlichten Studie mindestens 13 Stützpunkte, an denen mobile, atomar einsetzbare Raketen verborgen werden.

Mitarbeiter der Denkfabrik Center for Strategic and International Studies (CSIS) vermuten, es könnte sogar bis zu 20 solcher Raketenstützpunkte geben, die Pjöngjang bisher verheimlicht habe. "Es ist nicht so, als ob diese Stützpunkte eingefroren wurden", sagte Victor Cha, Leiter des CSIS-Nordkoreaprogramms, der "New York Times".

Unterirdische Stützpunkte

US-Präsident Donald Trump hat seinen Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in Singapur im Juni als Startschuss für die "vollständige Denuklearisierung" der koreanischen Halbinsel bejubelt. Und tatsächlich verzichtet Pjöngjang inzwischen auf Raketentests und hat ein Testgelände abgerissen. Doch nach Angaben von CSIS befinden sich im ganzen Land verteilt unterirdische Stützpunkte in engen Bergtälern. Sie seien so gebaut, dass mobile Raketenwerfer schnell aus Tunneln geholt und zu zuvor vorbereiteten Abschussplätzen transportiert werden können, heißt es in der Studie. Ein darin detailliert dargestellter Stützpunkt liegt demnach nur 135 Kilometer nordwestlich von Südkoreas Hauptstadt Seoul.

Drohungen von einer Wiederaufnahme des nordkoreanischen Atomprogramms

Die Ergebnisse der Studie basieren auf der Auswertung von Satellitenbildern, Interviews mit Überläufern sowie mit Geheimdienst- und Regierungsmitgliedern. Die USA verlangen von Nordkorea eine vollständige atomare Abrüstung und wollen bis dahin ihre Sanktionen beibehalten. Dies lehnt Pjöngjang ohne jedoch Gegenleistung ab. Nordkorea drohte zuletzt mit der Wiederaufnahme seines Atomprogramms, sollte Washington die Wirtschaftssanktionen nicht aufheben. Ein für letzte Woche geplantes Treffen von US-Außenminister Mike Pompeo mit ranghohen nordkoreanischen Vertretern war kurzfristig abgesagt worden.

(be/afp)