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Strombedarf in der Türkei "alarmierend" niedrig

25.4.2020 22:26 Uhr

Die Stromerzeugung in Erdgasanlagen in der Türkei ist aufgrund des Nachfragerückgangs dramatisch zurückgegangen, sagte Cem Asik, Leiter des Verbandes der Stromerzeuger, am 23. April. "Wir erwarten für diesen Monat einen Rückgang der Nachfrage um 20 Prozent. Nach unseren Schätzungen wird die Nachfrage im Mai um 17 Prozent und im Juni um 4 Prozent sinken", fügte er hinzu.

Die Türkei wendet seit Mitte März Maßnahmen an, um die soziale Mobilität zu verringern und die Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie einzudämmen - einschließlich der Sperrung in Großstädten an den Wochenenden. "Erdgasanlagen sind in dieser Zeit am stärksten betroffen. Die Zahlen dieser Produktionsanlagen sind alarmierend. Ihre Kapazitätsauslastung ging im April auf 7 Prozent zurück. Diese Quote liegt 10 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums", sagte Asik. Obwohl die meisten Automobilfabriken in den kommenden Tagen die Produktion wieder aufnehmen werden, wird der Spotpreis für Strom laut Asik im April voraussichtlich um 40 Prozent und in diesem Jahr insgesamt um 15 Prozent sinken.

Der höchste Stromtarif für eine Megawattstunde auf dem Spotmarkt am 21. Januar betrug 345 Lira (rund 45,70 Euro). Der arithmetische und gewichtete Durchschnittspreis für Strom für den nächsten Tag wurde mit 326 Lira (rund 43,18 Euro nach heutigem Stand) berechnet. Am 24. April lag der höchste Spotpreis für Strom bei 326 Lira (rund 43,18 Euro), während der Durchschnittspreis laut der türkischen Energiebörse Istanbul bei 203 Lira (rund 26,90 Lira) lag.

Wärmekraftwerke erhalten 5,8 Millionen Tonnen Kohle

Nach offiziellen Angaben vom 24. April wurden im Februar insgesamt 5,82 Millionen Tonnen Kohle an die Wärmekraftwerke (TPP) in der Türkei geliefert. Darunter waren 3,95 Millionen Tonnen Braunkohle und 1,87 Millionen Tonnen Steinkohle. Die Gesamtmenge betrug im Februar 2019 noch 7,22 Millionen Tonnen. Mehr als 58 Prozent der Steinkohle wurden nach Angaben des türkischen Statistikamtes TÜIK an Wärmekraftwerke und fast 18 Prozent an Kokereien geliefert.

Andererseits wurden 85 Prozent der Braunkohle an Wärmekraftwerke und 10 Prozent an die Industrie ohne Eisen- und Stahlfabriken geliefert. Der höchste Deckungsgrad von Produktion zu Lieferungen lag bei Braunkohle mit 109,5 Prozent. Dieses Verhältnis betrug 83,9 Prozent für Koks aus Steinkohle und 3,2 Prozent für Steinkohle im Zeitraum Januar bis Februar.

(ce)

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