Symbolbild: epa/Sebastian Nogier

Stromausfall nahe Paris

21.1.2020 23:57 Uhr

Eine Gewerkschaft hat aus Protest gegen die Rentenreform den Strom südlich von Paris abgestellt. Gegen 6 Uhr morgens habe jemand mutwillig Schaden an einer Umspannstation angerichtet, teilte der Netzbetreiber Enedis am Dienstagvormittag mit. Rund 35 000 Kunden seien zeitweise ohne Strom gewesen.

Betroffen waren vor allen Dingen die Orte Orly, Rungis, Fresnes, Thiais, Wissous und Antony, wie der Sender Franceinfo berichtete. Auch der Flughafenzug Orlyval war unterbrochen. Der Flughafen Orly selbst war nicht betroffen, weil er an einer eigenen Stromversorgung hängt.

"Skandalös und unverantwortlich"

Zu der Aktion bekannte sich die Gewerkschaft CGT-Energie. «Damit die Leute über uns sprechen, braucht es Aufmerksamkeit», sagte Gewerkschaftsfunktionär Sébastien Menesplier Franceinfo. Enedis verurteilte die Aktion aufs Schärfste. Der Netzbetreiber kündigte rechtliche Schritte an. Der Wohnungsminister Julien Denormandie nannte die Aktion «skandalös und unverantwortlich».

Die Hardliner-Gewerkschaft CGT lehnt die Rentenreform komplett ab. Bereits in der Vergangenheit war es im Zuge der Proteste zu mutwilligen Stromausfällen gekommen. Die französische Regierung hatte zuletzt ein deutliches Zugeständnis an die Gewerkschaften im Streit um die Reformpläne gemacht. Das führte zu einer weiteren Spaltung. Das Hauptquartier der gemäßigten Gewerkschaft CFDT wurde daraufhin von anderen Gewerkschaften überfallen.

(an/dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.