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Stromausfall in Venezuelas: Parlament erklärt Notstand

12.3.2019 7:02 Uhr

Seit Donnerstagabend gibt es in Teilen Venezuelas keinen Strom mehr. Die Wiederherstellung der Elektrizitätsversorgung geht nur schleppend voran. Die Nationalversammlung des Landes hat deshalb nun den Notstand erklärt.

Die Abgeordneten stimmten am Montag mehrheitlich für die von dem selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaido vorgelegte Initiative. Allerdings haben Guaido und das Parlament keine faktische Macht. Das Militär steht bisher zu dem linksnationalistischen Präsidenten Nicolás Maduro, der das Parlament entmachtet hat. Viele Länder sehen im Parlament aber die einzige demokratisch legitimierte Institution des südamerikanischen Krisenlandes.

Lässt Maduro es zu?

In dem Dekret des Parlaments werden unter anderem die Streitkräfte angewiesen, das Stromnetz zu schützen und Proteste gegen den Stromausfall nicht zu unterdrücken. Zudem sollen die Behörden Treibstoff für Generatoren zur Stromerzeugung zur Verfügung stellen. Öllieferungen an das mit Maduro verbündete Kuba sollten sofort eingestellt werden. Über eine Befolgung dieser Anweisungen wurde nichts bekannt.

Seit Donnerstagabend gibt es in Teilen des heruntergewirtschafteten Landes keinen Strom mehr. Die Wiederherstellung der Elektrizitätsversorgung geht nur schleppend voran und erleidet immer wieder Rückschläge. Die Regierung von Staatschef Maduro macht einen von den USA geplanten Hackerangriff für den Stromausfall verantwortlich. Die Opposition spricht hingegen von fehlender Wartung, Korruption und Missmanagement.

Weitere 48 Stunden arbeits- und schulfrei

Maduro hat angesichts der andauernden Stromausfälle auch den Dienstag und den Mittwoch zu arbeits- und unterrichtsfreien Tagen erklärt. In diesen 48 Stunden solle weiter daran gearbeitet werden, die Versorgung mit Elektrizität wiederherzustellen, sagte er in einer Ansprache am späten Montagabend (Ortszeit) in Caracas.

(sis/dpa)