Hürriyet

Straßenhund verhindert Entführung in Izmir

2.12.2018 9:04 Uhr

Im Konak-Bezirk von Izmir hat ein Straßenhund die Entführung eines zehnjährigen Jungen verhindert. Durch sein Gebell alarmiert, kam die Familie des Jungen angelaufen und stoppte den Entführer.

"Karabaş" ist ein Straßenhund im Konak-Viertel der Millionenstadt Izmir an der Ägäisküste. Er ist bei den Einwohnern des Viertels wohlbekannt und wird von ihnen mit Futter versorgt. Das dankte er ihnen nun, indem er die Entführung des zehnjährigen T. F. verhinderte. Denn als der 21-jährige R. F. versuchte, den Jungen zu greifen und zu entführen, fing der Straßenhund an, laut und andauernd zu bellen.

Die Mutter des Jungen, Nilgün F., die sich nur ein kleines Stück weiter mit Nachbarn unterhielt, hörte das laute Gebell. Da Karabaş ansonsten ein sehr ruhiger Zeitgenosse sei, merkten die Anwohner, dass etwas passiert sein musste und kamen gerade noch rechtzeitig, um ihren Sohn aus den Händen des Entführers zu befreien. Der Entführer wurde nun zu 21 Monaten Haft verurteilt, unter anderem wegen Körperverletzung und versuchter Freiheitsberaubung.

Einem psychologischen Gutachten nach leidet der Junge unter dem Vorfall, bei dem R. F. ihn an den Armen festgehalten und ihm den Mund zugehalten habe. Der Täter gab an, sich vor dem Hund erschreckt und deshalb dem Jungen genähert zu haben.

Zu niedrige Strafe?

Die Familie des Jungen ist mit der Strafe von 21 Monaten nicht zufrieden. Die Mutter sagt: "Das, wovor jede Mutter und jeder Vater Angst hat, ist uns beinahe passiert. Wäre Karabaş nicht gewesen, hätte der Täter meinen Sohn entführt. Diese Strafe ist zu niedrig, er muss mehr dafür bekommen. Die psychologischen Narben, die er bei meinem Sohn verursacht hat, verdienen eine härtere Strafe."

Aber eines ist sicher: der Straßenhund Karabaş hat sich bei der Familie des zehnjährigen Jungen für immer einen "Platz unterm Tisch" verdient.

(be/hürriyet)