dpa

Stichwahl in Bolivien

21.10.2019 18:15 Uhr

Nach ersten vorläufigen Ergebnissen wird es bei der Präsidentschaftswahl in Bolivien zu einer Stichwahl zwischen dem linken Staatschef Evo Morales und dem gemäßigt konservativen Bewerber Carlos Mesa kommen.

Morales führte nach einer vorläufigen Auszählung von 84 Prozent der Stimmen mit 45,3 Prozent gegen 38,2 Prozent für Mesa, wie die Wahlkommission am Sonntagabend bekannt gab.

Für einen Sieg in der ersten Wahlrunde sind entweder eine absolute Mehrheit der Stimmen oder mindestens 40 Prozent mit zehn Prozentpunkten Vorsprung auf den nächsten Rivalen erforderlich. Morales (59) bewirbt sich für eine vierte Amtsperiode in Folge seit 2006. Der Journalist Mesa (66) war bereits Staatschef von 2003 bis 2005. Ein möglicher Termin für eine Stichwahl wäre der 15. Dezember.

Beide sehen sich als Sieger

"Wir haben noch einmal gewonnen", sagte Morales am Sonntagabend vor dem Präsidentenpalast in La Paz. Er rechnete noch mit einem Sieg in der ersten Wahlrunde mit der vollständigen Auszählung der Stimmen vor allem aus ländlichen Bezirken. Morales hatte die drei vergangenen Präsidentenwahlen mit absoluter Mehrheit gewonnen.

"Wir haben einen unwiderruflichen Sieg erreicht", erklärte Mesa zu dem vorläufigen Ergebnis, das ihm den Weg zur Stichwahl freigibt. Mesa könnte von dem Unmut gegen Morales´ Umgehung des Verbots einer neuen Wiederwahl profitieren. Im Februar 2016 scheiterte Morales zunächst mit dem Versuch, das Grundgesetz per Referendum zu ändern, um seine erneute Wiederwahl zu genehmigen. Später ließ er sich jedoch eine vierte Kandidatur durch das Verfassungsgericht genehmigen.

Dieses juristisch-politische Manöver löste eine Protestbewegung aus, die selbst am Wahltag noch öffentlich zum Ausdruck kam. Rund hundert Menschen wurden am Sonntag in Santa Cruz de la Sierra festgenommen, als sie gegen die erneute Kandidatur von Morales protestierten.

(an/dpa)

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