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Steht eine Revolte im britischen Kabinett bevor?

24.3.2019 12:45 Uhr

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: das britische Kabinett wolle die Premierministerin Theresa May über den chaotischen Brexit zum Rücktritt zwingen. Das berichteten britische Medien am Sonntag unter Berufung auf Regierungskreise.

Der "Times" zufolge gibt es bereits Überlegungen, dass Vize-Premier David Lidington als Interimsregierungschef einspringen könnte. Er soll demnach einen neuen Kurs für den EU-Austritt ausloten und im Herbst für einen dauerhaften Premierminister Platz machen. Die Zeitung berief sich auf elf ungenannte Regierungsmitglieder, die May stürzen wollen.

Gove oder Lidington als Interimsregierungschef?

Der "Daily Mail" zufolge hat auch Umweltminister Michael Gove seinen Hut als Nachfolger von May in den Ring geworfen. Er gilt als besonders gut vernetzt.

Die Premierministerin steht nur Tage vor dem eigentlich geplanten Brexit-Termin vor einer dritten Abstimmungsniederlage im Parlament mit ihrem Austrittsabkommen. Zwei Mal, Mitte Januar und Mitte März, war sie damit bereits krachend gescheitert. Die EU stimmte einer Verschiebung des EU-Austritts zwar zu, doch in London scheint die Geduld mit der Premierministerin weitgehend am Ende zu sein.

Die Abgeordneten sind schuld - laut May

May hatte kürzlich viele Abgeordnete mit einer harschen Erklärung brüskiert, in der sie das Parlament für die sich anbahnende Brexit-Verzögerung verantwortlich machte. "Die Abgeordneten waren unfähig, sich auf einen Weg für die Umsetzung des Austritts des Vereinigten Königreichs zu einigen", hatte May gesagt. "Ich bedauere das persönlich sehr." Ihre eigene Rolle hinterfragte sie aber nicht.

(be/dpa)