epa/Hedayatullah Amid

Stehen die Ermittlungen zum Anschlag auf Botschaft in Kabul vor dem Aus?

3.5.2020 10:28 Uhr

Deutschland fürchtet die Freilassung eines möglichen Drahtziehers des schweren Terroranschlags auf die Deutsche Botschaft in Kabul vom Mai 2017. Der Mann stehe auf einer Liste von 15 Taliban-Kommandeuren, die im Zuge des Friedenspaktes zwischen den Taliban und den USA aus der Haft entlassen werden sollen, berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

Der Nationale Sicherheitsrat Afghanistans bestätige, dass er auf der Forderungsliste der Taliban steht. Die Entlassung sei aber noch nicht genehmigt, hieß es weiter.

Ermittlungsverfahren eingestellt

Nachforschungen in dem Fall seien praktisch nicht vorangekommen. Da der Generalbundesanwalt von den afghanischen Behörden keine Hinweise erhalten habe, die für einen Tatverdacht ausgereicht hätten, habe er das Ermittlungsverfahren eingestellt, heißt es in dem Bericht. Deutsche Fahnder hätten mehrfach um Informationen nachgesucht, nachdem der afghanische Geheimdienst NDS im Frühjahr 2019 die Festnahme des mutmaßlichen Anschlagplaners verkündet hatte.

Obwohl später auch das Auswärtige Amt Hilfe für das deutsche Verfahren erbeten habe, lieferte der NDS keine Details zum Verdacht gegen den Festgenommenen oder gar Beweise. Wegen der fragilen Sicherheitslage ermittele das Bundeskriminalamt vor Ort nicht selbst.

100 Tote bei Anschlag

Bei dem Anschlag war ein mit Sprengstoff präparierter Laster in das streng gesicherte Diplomatenviertel in Kabul gelangt. Die Explosion beschädigte die Botschaft schwer. Mindestens 100 afghanische Wachleute und Zivilisten wurden getötet. Vom Personal der Botschaft kam niemand zu Schaden. Mittlerweile hat das Auswärtige Amt auf dem Gelände besonders geschützte Gebäude errichten lassen.

(an/dpa)

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