epa/Franck Robinchon

Starkes China-Geschäft

9.7.2019 19:52 Uhr

Der Sportwagenhersteller Porsche hat nach einem schwachen Start ins Jahr 2019 zum Sommer hin aufgeholt und wieder mehr Autos verkauft. Die Halbjahresbilanz zeigt nun ein Plus von zwei Prozent im Vergleich zur ersten Hälfte des Jahres 2018, wie Porsche am Dienstag in Stuttgart mitteilte.

In China stiegen die Auslieferungen nach einer längeren Flaute um 14,2 Prozent. Das sei jedoch einem einmaligen Sondereffekt durch regulatorische Änderungen zu verdanken.

Macan beliebtestes Modell

Weltweit lieferte Porsche von Januar bis einschließlich Juni 133.484 Fahrzeuge aus. Mehr als jedes dritte davon war ein Macan. Der kleine Geländewagen bleibt damit das beliebteste Porsche-Modell.

Vor allem die Geschäfte im größten Einzelmarkt China zogen den Angaben zufolge im zweiten Quartal wieder deutlich an. Aus einem Minus von 10 Prozent bis Ende März wurde bis Ende Juni ein Plus von 28 Prozent. Den Rückgang zu Jahresbeginn hatte Porsche neben dem allgemein schwächelnden Markt in China stets damit begründet, dass viele Kunden einen Kauf verschoben hätten, um eine Senkung der Mehrwertsteuer abzuwarten.

In Deutschland und Europa insgesamt hingegen konnte Porsche den Negativtrend nicht umkehren. Hier stehen zwar geringere, aber weiter zweistellige Rückgänge bei den Absatzzahlen zu Buche. "In Europa haben wir erwartungsgemäß auch im zweiten Quartal die Nachwehen der Umstellung auf WLTP und Ottopartikelfilter gespürt", erklärte Vertriebsvorstand Detlev von Platen. In den USA lag Porsche zur Jahresmitte mit drei Prozent im Plus.

VW setzt auf chinesischen Markt

Auch VW verkauft in China wieder mehr Autos. Im vergangenen Monat verkaufte die Kernmarke VW weltweit 542 300 Autos und damit 1,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen am Dienstag in Wolfsburg mitteilte. In China stiegen die Auslieferungen nach einer längeren Flaute um 14,2 Prozent. Das sei jedoch einem einmaligen Sondereffekt durch regulatorische Änderungen zu verdanken.

Marken-Vertriebschef Jürgen Stackmann blieb deshalb vorsichtig. "In China bleibt abzuwarten, ob sich die Nachfrage wieder nachhaltig erholt", sagte er. China ist der wichtigste Einzelmarkt für VW, hier liefert die Marke fast die Hälfte aller Fahrzeuge aus. Auf Jahressicht bleibt VW mit einem Minus von 3,9 Prozent auf knapp 3 Millionen Fahrzeuge nach sechs Monaten etwas unter den Auslieferungen des Vorjahrs.

In China war die Zulassungsnorm von Autos vom Standard C5 auf den Standard C6 umgestellt worden. Davon habe insbesondere die Marke Volkswagen stark profitiert, hieß es vom Unternehmen. Eine Trendwende im Gesamtmarkt sei aber noch nicht absehbar. Im für VW nach wie vor kleinen Markt USA hatte die Marke wie bereits bekannt beim Verkauf klar zugelegt, in Europa kam es jedoch zu einem deutlichen Minus von 10 Prozent. Im Vorjahr waren die Verkaufszahlen hier jedoch aufgebläht, weil VW vor Inkrafttreten des neuen Abgas- und Verbrauchstests WLTP viele Autos mit Rabatten verkaufte.

(an/dpa)

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