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Staranwalt Avenatti festgenommen: Erpressungsvorwurf

26.3.2019 11:29 Uhr

Hat der US-Staranwalt den Sportartikelhersteller tatsächlich erpresst? Weil er von Nike einen Millionenbetrag gefordert haben soll, wurde Michael Avenatti am Montag in New York vorläufig festgenommen.

Er soll versucht haben, mehr als 20 Millionen Dollar (18 Millionen Euro) von Nike zu erpressen. Bei einer Verurteilung droht ihm eine jahrzehntelange Haftstrafe.

"Wenn Anwälte ihre Anwaltslizenz als Waffen benutzen, als Vorwand, um Zahlungen für sich zu erzwingen, dann handeln sie nicht mehr wie Anwälte", sagte der New Yorker Staatsanwalt Geoffrey Berman. "Sie handeln wie Verbrecher, und sie werden für ihr Verhalten zur Rechenschaft gezogen."

Nike habe sich angeblich kriminell Verhalten

Der 48-Jährige soll bei einem Treffen mit Nike-Anwälten am 19. März damit gedroht haben, Vorwürfe des Fehlverhaltens bei dem Sportkonzern publik zu machen. Der Klageschrift zufolge drohte er am folgenden Tag in einem Telefonat, eine Veröffentlichung der Vorwürfe könnte den Börsenwert von Nike um "zehn Milliarden Dollar" mindern. Er habe für sein Schweigen schließlich 22,5 Millionen Dollar gefordert.

Weniger als eine Stunde vor seiner Festnahme hatte Avenatti für Dienstag eine Pressekonferenz angekündigt. Er wolle einen großen Skandal im US-Highschool- und College-Basketball rund um Nike publik machen, schrieb der Anwalt im Kurzbotschaftendienst Twitter. "Das kriminelle Verhalten reicht bis in die höchsten Ebenen von Nike und umfasst einige der größten Namen im College-Basketball."

Weitere Klagen gegen Avenatti

Gegen eine Kaution von 300.000 Dollar wurde Avenatti am Montagabend schließlich - unter Auflagen -wieder freigelassen. Darüber hinaus müsse er seinen Pass abgeben und dürfe nicht mit einem Zeugen, dessen Name ungenannt blieb, in Kontakt treten, twitterte der Sender CNN.

Auch in Los Angeles wurde derweil Klage gegen den Anwalt eingereicht. Er soll das Geld eines Kunden verwendet haben, um eigene Schulden zurückzuzahlen. Außerdem soll er eine Bank betrogen haben.

Als Verteidiger von Stormy Daniels war Avenatti weit über die USA hinaus bekannt geworden. Mitte März gaben beide aber bekannt, nicht mehr zusammenzuarbeiten. Avenatti arbeitet auch als Opfer-Anwalt im Fall um die Missbrauchsvorwürfe gegen den US-Sänger R. Kelly. Der Verteidiger ist so prominent, dass ihm zwischenzeitlich sogar Ambitionen auf eine Präsidentschaftskandidatur nachgesagt wurden.

(sis/afp)