dpa

Stürmerstar Lewandowski legt Finger in die Bayern-Wunde

9.11.2019 12:51 Uhr

Eine Fußballmannschaft besteht aus mehr als nur zwei Führungsspielern. Das zumindest sagte der Stürmerstar Robert Lewandowski vor dem Bundesliga-Clasico zwischen dem Rekordmeister FC Bayern München und Borussia Dortmund. Da sei es für den amtierenden Meister und Pokalsieger zu wenig, wenn sich das Team auf eine Achse aus Keeper Manuel Neuer und Stürmer Robert Lewandowski stützen würde. Auch in anderen Mannschaftsteilen müsse es Führungsspieler geben.

"Eine Achse, die nur aus Neuer und Lewandowski besteht, ist zu wenig", sagte der 31 Jahre alte polnische Fußball-Nationalspieler vor der heutigen Partie in der "Süddeutschen Zeitung". "In jedem Mannschaftsteil, in jeder Linie sollte es einen Anführer geben: Torwart, Abwehrspieler, einer aus dem Mittelfeld, einer aus der Offensive, das wäre perfekt. Es kann nicht ein Spieler alle führen, das ist zu viel, das ist unmöglich", erläuterte der Angreifer.

Mentalitätsunterschiede zwischen jungen und alten Spielern

Lewandowski vermisst "Kommandos" von mehr Spielern auf dem Platz. Er versucht, die jüngeren Teamkollegen dazu zu animieren. "Die jungen Spieler sind natürlich noch etwas zurückhaltend, oder sie haben mit der Sprache ein Problem. Aber ich weiß, dass zwei, drei Monate in einem Land reichen, um Kommandos geben zu können! Das muss man auch erwarten können!"

Lewandowski stellt die These auf, dass die junge Spielergeneration mehr Ansagen bräuchte, weil sie das aus den Nachwuchsakademien so kenne. "Wenn du Vorgaben von Trainern von klein auf gewohnt bist, verlierst du die individuellen Sachen, das eigene Denken." Heutzutage hätten die jungen Spieler "ein bisschen Angst zu sprechen, vielleicht ist es auch: keine Lust", bemerkte Lewandowski: "Das ist eine Generation, die schreibt viel SMS, die kommuniziert viel im Internet, sie telefoniert weniger. Das ist einfach eine andere Kultur."

(ce/dpa)

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