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Staatsanwalt im Sudan lässt Ex-Präsident vorführen

16.6.2019 18:44 Uhr

Vor rund zwei Monaten wurde der Machthaber im Sudan, Ex-Präsident Omar al-Baschir, entmachtet. Nun muss er sich vor dem Staatsanwalt verantworten. In seinem Anwesen waren bei Durchsuchungen sage und schreibe 100 Millionen Euro an Bargeld gefunden worden. Darum werden ihm Korruption, der Besitz ausländischer Währungen und die illegale Annahme von Geschenken seitens Staatsanwalt Alaeddin Dafallah zur Last gelegt.

Bashir wurde unter strengen Sicherheitsvorkehrungen aus dem Gefängnis in das Gebäude der Staatsanwaltschaft gebracht. Mehrere Militärfahrzeuge und bewaffnete Sicherheitskräfte begleiteten den früheren Staatschef. Es war sein erster öffentlicher Auftritt seit seiner Entmachtung. Baschir war am 11. April nach monatelangen Massenprotesten von der Armee gestürzt und inhaftiert worden. Im seinem Anwesen wurde nach Angaben des Militärs Bargeld in Höhe von mehr als 113 Millionen Dollar (100 Millionen Euro) in drei verschiedenen Währungen beschlagnahmt.

Baschir war bereits im Mai der "Anstiftung zur und Beteiligung an der Ermordung von Demonstranten" beschuldigt worden. Im vergangenen Monat hatte die Staatsanwaltschaft zudem eine Befragung Baschirs zu Geldwäschevorwürfen und zu "Terror-Finanzierung" angeordnet. Der Sudan zählt zu den korruptesten Ländern der Welt. In der Rangliste der Organisation Transparency International liegt das Land auf Platz 172 von 180.

(ce/afp)

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