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Sportökonom: Gleiche Gehälter für Frauen nicht berechtigt

9.6.2019 9:43 Uhr

Nach dem Sportökonomen Daumann habe der Gender Paygap im Fußball nicht nur gesellschaftspolitische, sondern auch wirtschaftliche Ursachen. Denn der Frauen-Fußball bringe "bei weitem" nicht die Erlöse wie der Männer-Fußball.

"Aus ökonomischer Sicht ist die Forderung nach gleichen Gehältern nicht berechtigt, denn die Arbeitsmärkte für weibliche und männliche Spieler existieren völlig getrennt voneinander", sagte Sportökonom Frank Daumann der "Welt am Sonntag".

Männliche Weltmeister erhalten 275.000 Euro mehr als Frauen

Auslöser war die Debatte um die unterschiedlichen WM-Prämienzahlungen. Während die Frauen, die mit einem 1:0-Erfolg über China in das Turnier in Frankreich gestartet waren, für den Weltmeistertitel 75.000 Euro pro Spielerin erhalten würden, hätten die Männer bei einem Erfolg im vergangenen Jahr in Russland 275.000 Euro mehr pro Mann verdient.

Daumann, Experte an der Universität in Jena, kann die Argumente des Deutschen Fußball-Bundes nachvollziehen. Der Verband hatte die unterschiedlichen WM-Prämienzahlungen damit verteidigt, dass die Frauen-Nationalmannschaft bei weitem nicht die Erlöse erzielt wie das Männer-Team.

Daumann unterstrich, dass dieser sogenannte Gender Paygap nicht nur gesellschaftspolitische, sondern auch wirtschaftliche Ursachen habe. "Ein Spieler kann maximal nur das verdienen, was er für den Verein auch erwirtschaftet", sagte Daumann. "Würden gleiche Gehälter gezahlt werden, wäre das eine Form der Subventionierung."

(be/dpa)

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